Conversation is King, auch im MaFo-Web – Florian Tress

Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie “Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web” ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

In Teil 5 lernen wir,worauf es dann inhaltlich ankommt, und wie man seine Beiträge strukturiert. Also, Themen gibt es genug in der MaFo.

Und 2012 hat auch schon angefangen…

Die Webmaster alter Schule wissen noch: Content ist King! Webseiten, die nur der Form nach für Suchmaschinen optimiert sind, aber inhaltlich nichts zu bieten haben, werden langfristig auch keinen Erfolg haben. Wer also auf seine Webseite Besucher locken möchte, ködert am besten mit interessanten und relavanten Storys.

Dieser Grundsatz ist sicherlich nicht falsch geworden. Heute, im Zeichen von Web 2.0, ist man jedoch noch ein Stück weiter: Conversation is King, content is just something to talk about! Erfolgreiche Seiten ziehen Diskussionen auf sich und sind vor allem als Treffpunkt für die Besucher attraktiv. Das kann man mit eigenem Content erreichen, muss aber nicht: Inhalte sind nur Mittel zum Zweck.

Das hat weitreichende Konsequenzen für die Gestaltung und Pflege der eigenen Seite. Es geht nicht mehr in erster Linie darum, aktuelle Inhalte verfügbar zu machen, sondern vor allem, seine Besucher zu Feedback zu provozieren. Wenn die Leser erst einmal aus der Anonymität getreten und damit ansprechbar geworden sind, wenn eine richtig gute Diskussion in den Kommentaren angelaufen ist, sorgen die Besucher fast selbst für genug Gesprächsstoff. Nebenbei bekommt man als Betreiber einer Webseite die Gelegenheit, mit seinen Besuchern in Austausch zu treten.

Um dorthin zu kommen, sollte das “Futter” für die eigenen Leser der RITE-Regel folgen: Relevant, Interessant, aktuell (Timely) und unterhaltsam (Entertainig) sein. Nur dann kann man sich sicher sein, dass die Leser darüber sprechen möchten. Wenn aber, dann sollte direkt an der entsprechenden Stelle das Angebot für Kommentare bereit stehen, um die Diskussion an sich zu binden und nicht andernorts stattfinden zu lassen.

Genau deshalb kann man sich aber auch umgekehrt fast sicher sein, eine Reaktion zu bekommen, wenn man einen Kommentar unter einen Blogpost setzt oder jemanden auf Twitter erwähnt. Und das erleichtert unheimlich die Kontaktaufnahme: man hat das Thema bereits vorgegeben, spricht über die Sache und kann zunächst einmal ausblenden, wer da mit welchem Hintergrund mit wem das Gespräch sucht. Versuchen Sie das doch einmal bei einem Cold Call! Und dass daraus häufig viel mehr werden kann, belegen exemplarisch die vielen Berichte im Blog der Punktefrau, wie Twitter-Kontakte in die wirkliche Welt reichen.

Ich habe bereits erwähnt, dass Social Media nicht notwendigerweise mit Blogs zu tun hat (auch wenn ich das den ersten und einfachsten Schritt finde). Und so sollen hier natürlich am Ende nicht die vielen Diskussionsmöglichkeiten vergessen werden, die XING, LinkedIn und andere Netzwerke anbieten. Meistens gibt es hier Moderatoren (z.B. Alper Aslan auf XING), die sich mit großem Einsatz dafür einsetzen, dass die Diskussion mit den richtigen Themen und Gesprächsimpulsen attraktiv bleibt. Aber auch hier gilt: das Mafo-Web lebt von der Diskussion, während Content nur ein Anlass ist.

Die Artikel der letzten fünf Tage haben sicherlich nur einen goben Überblick geben können. Und am Ende wird auch jeder seinen eigenen Stil und seine eigenen Strategien finden müssen. Ich hoffe aber, dass ich zumindest die Neugierde steigern konnte und die Hemmschwelle für den Einstieg ins Mafo-Web gesenkt habe. Wir sehen uns hoffentlich bei vielen spannenden Mafo-Diskussionen!

Brauchen wir überhaupt noch analoge qualitative Forschung?

1. Warum es notwendig ist, die Frage zu stellen
Auf der Research & Results 2011 wurden die Glücklichen und die Unglücklichen gezählt.
Am Messestand eines großen Instituts war eine Kamera angebracht, welche die Vorübergehenden erfasste und klassifizierte. Auf einer Leinwand konnte man als Besucher die Ergebnisse ablesen…
… wie viele Frauen, wie viele Männer am Stand vorbei gekommen waren,
… wie alt diese Personen schätzungsweise waren,
… und: wie ihre Stimmung war.

Gemessen nach weltweit gültigen Mimik-Standards konnten wir sehen, wie viele Glückliche, wie viele Unglückliche, wie viele Erstaunte, wie viele Neutrale vorbei kamen.

Schlagartig wurde mir wieder bewusst, wie weit wir schon gekommen sind, mit unserem Drang zur Technisierung, Automatisierung und Virtualisierung der Marktforschung – und dass dieser Drang auch vor qualitativen Methoden nicht halt macht.

Schauen wir uns dieses Bedürfnis nach Digitalisierung – im weitesten Sinne – bezüglich der Marktforschung einmal etwas genauer an:

Primär werden natürlich die üblichen Gründe angeführt: Schneller gehen soll es, und kostengünstiger soll es auch werden, weil der Studio-Aufwand entfällt.
Als qualitative Forscherin gebe ich mich natürlich mit einer so offensichtlich-pragmatischen Antwort nicht zufrieden. Denn wir alle wissen, dass eingesparte Zeit mittelfristig durch höhere Schnelligkeitsanforderungen genauso aufgefressen wird, wie eingesparte Studio-Euro durch Verfeinerung der Online-Befragungs-Systeme.

2. Was qualitative Forschung in die digitale Welt treibt
Welche Motivationen könnte es also noch geben?

A. Verlangen nach „wissenschaftlich-objektiver“ Information.
Eine Studie des AKQua (BVM-Arbeitskreis für qualitative Forschung) in Zusammenarbeit mit der FH in Pforzheim hat ergeben, dass die qualitative Marktforschung häufig immer noch als Black Box gilt, als undurchsichtige Mauschelei, bei der willkürlich geäußerte Kundenaussagen auf nicht nachvollziehbare Weise zu “Insights” verarbeitet werden.
Was aber könnte objektiver sein als das unemotionale, weil technische Auge der Kamera in Verbindung mit international standardisierten Emotionen?!

B. Ordnung im Gefühls-Chaos
Die Beweggründe der Verbraucher für Sympathie, für Informationsbereitschaft, zum Kauf, etc. sind in ein chaotisches Knäuel unterschiedlichster und teilweise arg widersprüchlicher

http://denkimpuls.com/was-ist-neuromarketing-4

Emotionen verwickelt. Wie erkläre ich dem Marketing-Manager hinter der Scheibe, dass auch Fans seines Produkts nicht die Inhaltsangaben lesen oder dass jemand nicht lügt, wenn er behauptet, immer auf den Preis zu achten, aber bei der Allianz seine Versicherungen abgeschlossen hat?

Neuromarketing-Ansätze z.B. sind hier klar im Vorteil, sie zeigen ein eindeutiges und scharf umrissenes Areal im Hirn, sobald das geliebte Produkt gezeigt wird.

C. Zurückerobern des eigenen Einflusses
Die Gruppendiskussion galoppiert dahin … Da! Ein interessantes Statement über mein Produkt, aber schon ist die Gruppe beim nächsten Thema – bis ich den reitenden Boten mit dem Zettel nach vorne geschickt habe, ist die Nachfrage ohne Dynamikverluste nicht mehr einzubauen. Wer kennt diese missliche Situation als GD-Beobachter nicht auch?

So schön es ist, neutral hinter der großen Scheibe zu sitzen, so hilflos ausgeliefert fühlt man sich dort manchmal auch. Vielleicht ist das auch der wahre Grund für die berüchtigte GD-Beobachtungs-Müdigkeit, nicht Dunkelheit und Sauerstoffmangel …
Auch frustrierend – wenn die Gruppe geschlossen das wunderschöne Grün ablehnt, man aber keine Alternative in Lila dabei hat.

Wie schön ist es dagegen bei synchronen online-Gruppen mit dem Moderator im Kundenraum zu „tuscheln“ und bei asynchronen einen Tag später Alternativen nachschieben zu können!

3. Was aus der digitalen Welt auf unsere qualitative Forschung zukommt
Am Rande dieses Problemfeldes warten auf uns noch zusätzlich

  • Blog- und Social-Web-Analysen mit dem „unverfälschten“ Feedback „echter“ Verbraucher,
  • Web-Welt-Weite Inhaltsanalysen mit Google-Searchtools, die semi-qualitative, voranalysierte Aussagen zu (fast) jedem beliebigen Thema liefern,
  • und Fan-Communities wie Last.fm, Runnersworld oder Chefkoch.de, in denen echte Fans eines Themas ihre Ansichten, Einsichten und Vorurteile mit aller Welt und dem Marketer teilen.

4. Warum es trotzdem immer analoge qualitative Forschung geben wird
Die Probleme beobachtender Forschung im Netz wurden an anderen Stellen bereits hinreichend erörtert, z.B.: Woher weiß das Analyseprogramm ob mit „eine Bank“ eine Sitzgelegenheit im Park oder ein Geldinstitut gemeint ist? Schreibt hier der Fan oder die Webagentur des Fanartikel-Anbieters? Wem gehört der Content? etc.
Aber auch das aktive qualitative Fragen birgt im Netz Fallen, die uns doch immer wieder zu einer Validierung in der Realwelt zurück bringen:

  • Die sterile Harmonie vieler hochgeladener Fotos am Bulletin Board der Marketing Research Online Community (MROC) ist genauso wenig erhellend, wie die schockierende Offenheit, die manche Teilnehmer im Schatten der Netz-Anonymität entwickeln – beide verschleiern den Kern des Problems, das der Verbraucher mit der Produktkategorie und / oder der Marke hat.
  • Die ausgefeiltesten Emoticons dieser Welt können nicht annähernd so viel Information transportieren, wie ein reales Lächeln, das plötzlich aus einem Probanden herausbricht oder eine von Ekel gerümpfte Nase – denn einige Dinge werden dem Netz noch lange verschlossen bleiben: Persönliche Ausstrahlung, physische Dynamik, Gerüche, Haptik, etc.
  • Und solange wir nicht ausschließlich offline rekrutieren, ist kein Forscher davor gefeit, sich mit künstlichen Identitäten zu unterhalten, die das Thema gar nicht interessiert, aber umso mehr das Incentive oder das „Trollen“ in der Research-Community.

Die erfrischende Normalität der realen Verbraucher, die nicht – unsichtbar für den Forscher – schnell noch was zur gestellten Frage googlen oder an ihrem Hochglanz-Avatar polieren, wird sich also bei vielen Themen als die bessere Informationsquelle erweisen.
Und deshalb sind wir optimistisch, dass wir unsere Forschertage nicht einsam hinter dem Bildschirm beschließen müssen, umgeben nur von virtuellen Probanden, die uns mit Web-Inhalten statt mit ihrem Erleben füttern.Sondern wir werden weiterhin die Studios, Heime und Büros besuchen, mit lebenden Menschen sprechen, ihre Mimik beobachten und an schwierigen Stellen herumbohren, ohne dass der Proband in die Weiten des Netzes flüchten kann.

Bis eine anschauliche, lebensnahe und handlungsrelevante Analyse auf dem Tisch liegt!

End of the rise of social media? What about social media research?

Social media is still on the rise. Large networks, especially Facebook, increase not only their reach, most users use the site also more intense the longer they are members. These are findings from a recent research report by Gartner. But the report shows more: 

Gartner surveyed 6.295 people aged 13-74 in eleven different marketsbetween December 2010 and January 2011 .37 percent of respondents - most of them from young target groups - stated that they use their favorite social network more intense than at the beginning of their membership.

However, in some markets there seems to be an end of the rise of social media usage among consumers. Nevertheless, 24 percent said that the intensity of usage has decreased.

The markets where the users are more engaged with social media include, among others, South Korea and Italy, while the users in Brazil and Russia are tending to be less on the social web. The most important argument for reduced use: data protection and privacy.

What does this mean for Social Media Research? 

The same as for Social Media Marketing. That’s easy enough…

It isn’t enough to have a survey or even a poll on Facebook. That’s not how it works. We need innovation, we need inspiration. And we need to know the users of social networks annd their behaviour before we can survey than. Actuality is king as well keeping the attention high in order to use the very short attetion span in social networks. Tht btw is to my point of view one of the omst important reasons why gamification is more than a buzzword in recent times. 

So let’s get creative, and start by attending The Market Research Event 2011 in Florida, hosted by IIRUSA

Brand research in social web – what about B2C2C communication?

Stating the obvious, Facebook’s 714 million unique visitors worldwide in May 2011 (according to comScore) make it the largest social network amongst all. The immense coverage of social networks has animated brands to spread their branded content on social networks in general and specifically on Facebook.

Whereas there are more or less tried and tested instruments to examine coverage, brand exposure and so on for the distribution of branded content and advertising on traditional channels for years, for branded content via Facebook this is not the case.

There is hard evidence for the quantitative assessment of users of brand pages on Facebook (so called fans“), but almost all relate to the pure number of fans. Coverage is equated with the number of fans in most of the cases.

This is only the first half of the story, as current research shows the effect of branded content on Facebook (such as the study in collaboration by comScore and Facebook, link to the white paper (for free, but you need to register)).

In addition to the fans of brands on Facebook, where marketing as well as market research focus on, the friends of the fans are moving increasingly into the centre of interest. One reason for this is the fact that the number of friends of the fans surpasses the number of brand fans by far across almost all brands (comScore states factor 34 for this relationship for the top 100 U.S. brands on Facebook).

Another reason for paramount importance of friends of the fans can be seen in the fact that over 25% of the time on Facebook is spent with reading, viewing and tracking of the newsfeed (timeline). This area is the part of Facebook where messages of friends are displayed, including their interactions with brands that they are friends” of. The effect of this pure and additional brand impression is to be evaluated significantly more intense, because impressions don’t come from the brands but from the friends.

Therefore in this case, and unlike to traditional media, it is required to investigate further research in this “B2C2C communication” to understand the modes of causal relationship.

No insight without context!

Some time has passed since “contextual insights” was promoted (by Bruce Tempkin and others) as a great opportunity to deliver and activate insights.

Contextual insights – as the opposite of pure statistical analysis – need a broad and deep understanding of our clients’ business. In other words contextual insights are “…observations drawn from data that resonates with an understanding of the business”.

We benefit from contextual insights primarily by understanding the business context for the interpretation and application of the results, combined with adequate data.

I like the idea very much, I think it’s extremely charming. We might need more than data to deliver good insights. We have to dive deep into the client’s business world and understand the context of their needs and opportunities.

But that’s not easy in every case (and btw. that’s the reason why highly specialized companies more often employ their own market researchers instead of commissioning external agencies…)

Social Media Data is a perfect field for contextual data. Although there are tons of data, they weight nothing without appropriate context information.

This is a graph of more than 10,000 Facebook statusmessages, where people have reported that they have separated.

What is clearly missing here are real “contextual insights”, because the data reveal only the “when” and not the “why“. But as a starting point for analysis and as a pool for building hypothesis social media data could be quite interesting.

The question that remains is whether this is already the end of the road or if there is more.

Let’s see what we can learn from the 2011 TMRE11 in November, hosted by IIR USA. There is a nice track called “Activating Insights”. Really looking forward to it

Aus aktuellem Anlass – BVM Diskussionsforum

Wer derzeit die Zeit und die Muße hat, den Newsletter, den inbrief oder die Seiten des BVM zu lesen, stößt unweigerlich auf das Thema “Zukunft der Marktforschung”. Dort heißt es:

Sie können sie uns Ihre Meinungen, Hoffnungen oder Bedenken zur Zukunft der Marktforschung mitteilen. Auf dem 45. Kongress der Deutschen Marktforschung diskutierten Experten zu Zukunftspotenzialen von Marktforschung und Marktforschern. Die dazu vorgetragenen 10 Thesen finden Sie im Diskussionsforum, das Sie über den folgenden Link “Diskussionsforum” erreichen:
Schreiben Sie einen Kommentar! Wir freuen uns auf zahlreiche Beiträge und eine rege Diskussion.

Wenn man dann die Diskussion verfolgt, bzw. verfolgen will, dann gibt es dort nicht einen einzgen Kommentar. Und ich nehme mich da nicht aus, auch ich habe (vielleicht noch) nicht kommentiert.

Woran mag das liegen?, fragt man sich vielleicht.

An der ein oder anderen Stelle haben wir ja bereits auf unsere Studie “Rockstar oder Show Stopper – Motive und Barrieren der Vernetzung innerhalb der deutschen Marktforschung” hingewiesen.

Nun ist es dann doch an der Zeit die Ergebnisse endlich zu veröffentlichen, nicht zuletzt, um die Zurückhaltung der Kolleginnen und Kollegen bzgl. des BVM-Diskussionsforum etwas näher zu verstehen. Auch wenn man aufgrund der Ergebnisse nicht unbedingt davon ausgehen kann, dass sich eine weitreichende Diskussion entzündet, sind wir sehr gespannt auf Reaktionen, Kommentare, Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge.

Ausgangspunkt und Herausforderung:
Die Möglichkeiten zur gegenseitigen Vernetzung über das world wide web sind mittlerweile omnipräsent. Und in zunehmendem Maße werden diese Möglichkeiten auch von der Marktforschung entdeckt, evaluiert und angewendet. Market Research Online Communities, Co-Creation, Crowdsourcing, Open Innovation: überall da, wo Zuhören stärker gefragt ist als Fragen, überall dort entstehen auch für die Marktforschung neue Formen der Partizipation.

In der internationalen Market Research Community hat sich bereits eine Blogosphäre etabliert; Es entsteht eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Marktforschern verstreut über den ganzen Globus, die sich an einem Ort treffen und austauschen, dem Internet. So werden aktuelle Herausforderungen und Anforderungen an die Marktforschung diskutiert, neue Ideen entworfen, geteilt und kommentiert. Neben Marktforschern nehmen genauso Marketing Manager wie Techies an den Diskussionen teil – mit jeweils ihren speziellen Sichtwiesen auf die Dinge.

In Deutschland gibt es so eine “Szene” nicht, und es gibt auch nur wenig deutsche Online-Präsenz in der internationalen Market Research Community.

Im Rahmen einer Eigenstudie haben wir uns auf die Suche nach den Gründen dafür gemacht, warum der Vernetzungsgrad der Marktforscher und Marktforschungsinteressierten im deutschsprachigen Raum im Internet nur sehr schwach ausgeprägt ist. Gleichzeitig wollten wir wissen, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Angeboten und Services eine Online-Vernetzung unter deutschsprachigen Marktforschern Deutschland vorangetrieben werden kann, so dass sich eine aus unserer Sicht längst überfällige Auseinandersetzung mit der Zukunft der Marktforschung entwickeln kann.

Zur Methode:

Wir haben insgesamt fünfzehn 90 – 120 minütige Tiefenexplorationen mit Experten durchgeführt, teilweise Face-to-Face, teilwiese telefonisch und teilweise über Chat. Von den 15 Explorationen entfielen jeweils fünf auf die Zielgruppen „Betriebliche Marktforscher“, “Marktforscher in Instituten” und “Marketing Manager”. Damit haben wir einen ersten groben Blick auf die Befindlichkeiten werfen können, sicher nicht mehr. Aber sicher auch nicht weniger.

Die Ergebnisse

Marktforscher in den Betrieben zeigten sich von allen Zielgruppe durchgehend am distanziertesten, unabhängig von der jeweiligen Polarität. Sie sind die Zielgruppe, welche die höchsten Barrieren gegenüber dem web 2.0 hat und die größten Zweifel bzgl. der Mehrwerte einer Vernetzung hegt.

Bei den Marktforschern aus Instituten haben wir den Eindruck gewonnen, dass die Beschäftigung mit dem Thema vor allem aus einer Verpflichtung resultiert, am Ball zu bleiben und aktuelle Themen zu beobachten. Diese Einstellung lässt eine Freiwilligkeit zum Austausch, welche die Grundvoraussetzung für eine aktive Vernetzung mit Kollegen und Kolleginnen darstellt, teilweise noch etwas vermissen.

Einzig die Marketeers betrachten das Thema Social Media ohne große Berührungsängste. In der Regel sind dies auch diejenigen, die bereits weitreichende Erfahrungen mit unterschiedlichen Plattformen und Angeboten gemacht haben.

Diesem konsistenten Bild Rechnung tragend, haben wir einen einheitlichen Colour Code für die Aufbereitung des Posters gewählt. In der Mitte des jeweiligen Spannungsfelds liegt ein Best Practise Beispiel eines Marktfoschungs-Blogs aus dem Ausland, das auf Basis von Sekundäranalysen ausgewählt wurde. Diese Blogs zeigen auf, wie die Barrieren des jeweiligen Spannungsfeldes überwunden werden können.


Und hier als PDF Download“Studienposter GOR 2010″

Im Rahmen der Analyse konnten wir fünf unterschiedliche Spannungsfelder identifizieren, die jeweils starke Barrieren aufweisen.

1) Expectation
Dieses Spannungsverhältnis bezieht sich auf die Erwartungen, welche die unterschiedlichen Zielgruppen an eine Vernetzung der Marktforschung im Internet stellen. Dabei ist es unerheblich, ob bereits reale Erfahrungen gemacht wurden oder nicht.

2) Disposition
In dieser Polarität geht es um die Bereitschaft der Marktforscher bzw. Marketing Manager an der Diskussion und am Austausch aktiv teilzunehmen. Auf individueller Ebene sprechen viele Gründe dafür, aber eben auch viele Gründe dagegen.

3) Role
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Definition der eigenen Rolle im Social Web. Mit der Definition der eigenen Identität im Austausch mit anderen werden im Verständnis der Befragten sowohl Chancen geschaffen, auf der anderen Seite ist dies subjektiv auch mit erheblichen Risiken verbunden

4) Trial
Schließlich existiert eine Reihe von Barrieren, die den „Sprung ins kalte Wasser“, also der Teilnahme an einer vernetzten Marktforschungs-Szene begünstigen oder eben verhindern.

5) Value
In diesem Spannungsverhältnis stellt sich die Frage, welcher Stellenwert dem Thema Social Media insgesamt und für die Marktforschungsbranche eingeräumt werden – auch im Sinne einer Zukunftsinvestition.

Ergebnisse zum Spannungsfeld „Expectation“:

Marktforscher und Marketeers sind immer auf der Suche nach aktuellen Kampagnen, Tools, Methoden und Studien. Das bedeutet aktive Recherche und regelmäßiges Screening relevanter Quellen mit dem Ziel, das eigene Wissen zu mehren. Veröffentliche Best Practise Studien und Kampagnen dienen der Inspiration für die eigene Arbeit.

Der Wunsch nach regelmäßigen, aktuellen branchenspezifischen Insidernews ist vor allem in der Zielgruppe der Marktforscher – betrieblich und institutsseitig – stark ausgeprägt.

Der Grund, warum diese aber nicht öffentlich ausgetauscht werden, liegt in der Angst vor dem Verraten von Betriebsgeheimnissen. Die begehrten und vergeblich gesuchten Nachrichten aus den Bereichen Techniken, Methoden, Produkte oder Ergebnisse sind aus der Innensicht heraus höchst vertrauliche Informationen, die unter keinen Umständen öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen.

Nichtsdestoweniger finden es die Marktforscher erstaunlich und bedauerlich, dass öffentlich zugängliche Quellen, Blogs, Portal und Foren ergiebig sind. Sie sind allenfalls dazu geeignet, sich einen Überblick über diskutierte Themen zu verschaffen. Besteht der Bedarf an weiteren, tieferen Informationen, so geben diese Quellen nur noch wenig Auskunft. Daraus resultiert eine gewisse Resignation, die sich dann in Pauschalurteilen über entsprechende Wissensquellen ergießen.

Solange die Angst vor dem Verrat von Betriebsgeheimnissen jedoch so groß ist, müssen die ausgetauschten und somit auffindbaren Informationen oberflächlich und unbefriedigend bleiben.

„Natürlich kann ich da nichts schreiben über meine Kunden oder die Projekte, das würde meinem Chef und meinem Kunden sicher nicht gefallen. Gleichzeitig wäre das genau das, was ich eigentlich im web 2.0 suche.“

„Das Marketing hat es da leichter. Hier geht es ja um Veröffentlichung. Je mehr Leute das sehen, desto besser. Daher sind wir auch nicht schüchtern, wenn es um die Veröffentlichung unserer Ergebnisse geht.“

Ergebnisse zum Spannungsfeld „Disposition”

Jenseits der widersprüchlichen Bedürfnisse hinsichtlich der aktiven Veröffentlichung von Studienergebnissen hindert ein weiterer grundlegender Konflikt die Marktforschungsbranche an einem konstruktiven Austausch.

Offene, ehrliche Meinungen und bewusst provokante Thesen findet man im deutschsprachigen Netz sehr selten. Einer der wichtigsten Gründe für diesen Trend ist die vermeintliche Furcht vor negativen Konsequenzen durch den Arbeitgeber. Die Meinung dominiert, dass es als Mitarbeiter einer seriösen Firma oder eines seriösen Instituts nicht angebracht ist, provokante Thesen über die Zukunft der Marktforschung aufzustellen oder zu kommentieren. Schließlich habe man nach außen hinter einer Firmenphilosophie zu stehen.

Dieser Effekt tritt umso stärker auf, je mehr Mitarbeiter der Arbeitgeber hat, und – bei den Institutsmarktforschern – je stärker die inhaltliche Funktion mit dem Bereich Vertrieb verknüpft ist.

Eine weitere Erklärung dafür, dass fast keiner der Befragten selbst aktiv am Wissensaustausch im web 2.0 teilnimmt, also Artikel, Meinungen und Veröffentlichungen kommentiert, in Foren veröffentlicht und in den thematischen Gruppen der sozialen Netzwerke aktiv partizipiert, liegt darin begründet, dass man einen offiziellen Auftrag, eine Arbeitsanweisung von der Führungsebene vermisst, dieses zu tun. Vor allem betriebliche Marktforscher weisen hier starke Barrieren auf. Es herrscht eher die Einstellung „Ich muss nehmen ohne zu geben“.
Die Bereitschaft, eine aktive Rolle im Austausch anzunehmen, ist für die meisten sehr schwach ausgeprägt.

„Als Head of Product kann ich es mir nur selten leisten im Netz die Wahrheit zu sagen. Schließlich vertrete ich eine Firma und ein Produkt. Wie sieht das denn aus, wenn der Produktmanager sich zu negativ oder zu provokant äußert?“

„Für das Kommentieren von Blogs oder fürs Twittern werde ich hier nicht bezahlt“.

Ergebnisse zum Spannungsfeld „Role”

Aufgrund der Neuartigkeit und der rasanten Geschwindigkeit von Entwicklungen in der Relevanz von Social Media für die Marktforschung haben sich noch keine eindeutigen und vorgefertigten Rollenmuster herausbilden können.

Betriebliche Marktforscher sehen für Vernetzungsaktivitäten im Internet kaum eine Rolle in ihrem Berufskosmos. Sie setzen für den Austausch, Diskussionen und Anregungen auf das real existierende Netzwerk aus dem Kollegenkreis. Sie verfügen darüber hinaus über eine Vielzahl alternativer Quellen, wie z.B. hauseigene Bibliotheken, Services von Instituten und Kooperationen mit Hochschulen.

Ähnliches ist bei den Marktforschern in großen Instituten zu beobachten, die aufgrund der Struktur ihres Arbeitgebers per se über ein großes real existierendes Netzwerk verfügen. Beide Zielgruppen haben eine ausgesprochene Angst davor, als „Profilneurotiker“ zu gelten, wenn sie sich durch häufiges Posten und Kommentieren im Netz sichtbar machen.

Eine Möglichkeit, die hilft, diese Barrieren der Teilnahmebereitschaft zu umgehen, wird in der Anonymisierung der eigenen Identität gesehen. So würden aus Sicht der Befragten die Risiken negativer Sanktionen durch den Arbeitgeber minimiert

Dagegen steht jedoch das Bedürfnis von den eigenen Beiträgen, Kommentaren und geäußerten Meinungen im Hinblick auf Geschäftsentwicklung und / oder eigener Karriere zu profitieren. Hier wäre Anonymität kontraproduktiv. Dies trifft vor allem auf die Vertreter von kleineren und spezialisierten Marktforschungsdienstleistern zu.

Die Beurteilung der Erfolgschancen eines Engagements im web 2.0 bezogen auf Marktforschung ist abhängig von der Unternehmensgröße: Je kleiner und spezialisierter ein Unternehmen ist, desto stärker spielen Motive der Selbstvermarktung eine Rolle. Kleinere Player entdecken die Chancen, die ihnen das Internet – und vor allem die sozialen Netzwerke und Blogging-Dienste -bietet, sich mit anderen zu vernetzen und zu profilieren, und so den größeren Institute etwas entgegen zu setzen. Sie versuchen diese Chancen zur Erweiterung des eigenen Geschäfts zu nutzen. Dies wird in der Regel durch das Führen und Bestücken eines eigenen Blogs umgesetzt, die Nutzung des Micro-Blogging Diensts Twitter und weit verzweigtes Kommentieren von anderen Blogartikeln bzw. von Gruppenbeiträgen auf business-orientierten sozialen Netzwerken wie, Xing oder LinkedIn.

Diese Selbstvermarktung wird dann problematisch, wenn sie als solche allzu deutlich in den Vordergrund tritt. Denn das Bedürfnis der Suchenden – v.a. das der potenziellen Kunden – im Netz ist weniger ausgerichtet auf Informationen über Anbieter, sondern stärker auf das Bedürfniscluster „Vermehren von Wissen“ und „Inspiration“.

Die Selbstvermarktung mit bestimmten Spezialisten-Themen hat jedoch auch noch andere Grenzen bzw. bringt noch weitere Befürchtungen hervor: Bei einer thematischen Spezialisierung plus der Verbreitung von bestimmten Themen im web 2.0 wird eine unerwünschte Stigmatisierung befürchtet. Das ist umso wahrscheinlicher, je kontroverser und provokanter die Themen sind, die von dem jeweiligen Player vorangetrieben werden.

Auf der anderen Seite sehen aber auch einige Institutsmarktforscher und v.a. Marketeers durchaus die Chancen und Möglichkeiten, sich durch die kontroverse Darstellung interessanter Inhalte an die Spitze eines Trends zu setzen. Auch wenn bei den meisten die Barrieren zu hoch sind, werden solchen Playern ihr Engagement als „First Mover“ und Impulsgeber der Branche hoch angerechnet.

„Wenn man da anonym wäre, dann würde ich auch etwas schreiben…“

„Anonymität ist eigentlich nicht sinnvoll, wenn man selber was schreibt, man will ja, dass die Leute auf einen aufmerksam werden und die Verbindung zu meiner Firma herstellen.“

“web 2.0 ist schon modern, und Anbieter, die sich da heraustun, die werden dann auch als modern wahrgenommen…“

Ergebnisse zum Spannungsfeld „Trial“

Aus Sicht des Marketings ist es hochgradig erwünscht, dass die Marktforschung mit den Erfahrungen im Bereich Social Media von Marketing aufschließt oder zumindest aufholt. Marktforschungsanbieter, welche die Möglichkeiten vom web 2.0 für die Marktforschung testen, und erste Produkte z.B. im Bereich Social Media Monitoring entwickeln, werden von Marketing Managern positiv bewertet.

Auf der anderen Seite bestehen aber auch große Zweifel an der Fähigkeit zur Transformation und Entwicklung der als konservativ angesehenen Marktforschungsbranche.

Innerhalb der Zielgruppe der Institutsmarktforscher herrscht eine gewisse Unsicherheit bezüglich des Ausprobierens von Social Media. Zwar sind viele aufgrund von privater Nutzung in der Lage die Plattformen zu bedienen, die Nutzung für berufliche Belange scheitert jedoch oft an der Vorstellung, die Zeit reiche nicht bzw. der Aufwand sei zu groß, um den persönlich angelegten Qualitätsansprüchen für die eigenen Beiträge gerecht zu werden.

Vor allem die kleineren Institute erkennen jedoch, dass ein Engagement im social web über einen gewissen Zeitraum Geschäftschancen eröffnet, internationale Beispiele sind durchaus bekannt und werden mit großen Hoffnungen, und auch einem gewissen Neid betrachtet.

Die Gründe der betrieblichen Marktforscher gegen das Ausprobieren von eigenen Business-Social-Web Aktivitäten sind aus deren Sicht universell. Die meisten glauben, einen ausgefeilten strukturellen Ansatz inklusive Gesamt-Konzept zu benötigen. Da sich das web 2.0 jedoch permanent rasant ändert, ist ein solcher Ansatz wenig produktiv, da die Konzepte permanent überarbeitet werden müssten. Ein weiterer Teil ist noch nicht überzeugt, dass das Thema Social Media im Allgemeinen und in seiner Bedeutung für die Marktforschung eine Rolle spielt. Die Gefahr, dass Social Media Monitoring Produkte eine Bedrohung für die klassische Marktforschung darstellen könnte, wird unter Hinweis auf den noch unklaren Nutzen bisher weit von sich gewiesen.

“das ist schon richtig und wichtig, dass sich die Marktforschung – genau wie das Marekting – auch mit dem web 2.0 beschäftigt…“

„Marktforschung ist eben wie die Marktforschung ist, das wird noch dauern, bis da relevante Impulse entstehen…“

Ergebnisse zum Spannungsfeld „Value“

Das fünfte Spannungsverhältnis zeigt unterschiedliche Einstellungen und Wahrnehmungen des Stellenwerts von Social Media insgesamt und speziell für die Marktforschung zwischen den einzelnen Zielgruppen.

Erneut zeigt sich die betriebliche Marktforschung am weitesten von einem integrierten Blick auf die beiden Welten (Social Media) Marketing und Marktforschung entfernt. Die hohen Barrieren in dieser Zielgruppe hängen eng mit der strikten Aufrechterhaltung einer Trennung der Disziplinen einher: Man will klassische Marktforschung nicht „in einen Topf geworfen“ sehen, mit Social Media Monitoring Oft herrscht sogar die Ansicht, dass man nur mit klassischer Marktforschung „richtige“ Ergebnisse erzielen könnte. Ob es sich hier um eine generell defensive Abwehrhaltung handelt, muss in Folgestudien genau geprüft und untersucht werden.

Institutsmarktforscher scheuen im Moment noch zu sehr den eigenen Einsatz, da Ihnen vor allem der Return noch nicht sicher genug ist. Wie beschrieben gibt es vor allem für diese Zielgruppe sehr widersprüchliche Bedürfnisse (z.B. Anonymität vs. Selbstdarstellung). Dieser Widerspruch äußert sich in Zurückhaltung. Man wartet erst noch die weiteren Entwicklungen ab. Das Risiko etwas Falsches zu tun wird als größer wahrgenommen als die Chance neue Entwicklungen voranzutreiben.

Einzig die Marketing Manager weisen dem Bereich Social Media für die Marktforschung einen hohen Stellenwert zu.
Das Marketing sieht sich in der Entwicklung der Marktforschung zeitlich vorgelagert. Das bedeutet, dass Trends, Phänomene und Entwicklungen aus dem Marketing zeitlich früher wirksam werden ,und erst im Anschluss auch auf die Marktforschung ausstrahlen. Das gilt auch für den Bereich Social Media.

In den Anfängen des Hype Cycles von Social Media waren vor aus Marketingsicht allem solche Player wichtig, die Awareness für das Thema web 2.0 unter Marketinggesichtspunkten geschaffen haben. An ihre Stelle sind die Praktiker getreten, die weniger aufmerksamkeitsstark mit der Umsetzung von Social Media Marketing begonnen haben und soziale Netzwerke wie selbstverständlich in das gesamte Marketing integrieren.

Vor allem für die kleineren Dienstleister liegt in der Vernetzung eine Chance entgegen den Marktentwicklungen (Zusammenschluss von großen Full-Serivce-Dienstleistern) eine unabhängige und eigenständige Position zu vertreten.

„Es wird immer eine Trennung zwischen klassischer Marktforschung und Monitoring geben.“

„Die meisten Anbieter wissen doch gar nicht, was sie messen. Methodisch ist da vieles nicht haltbar“

„Für die ist es Primär-Marktforschung, aber für uns ist es im Grunde doch nur Desk Research“

Netzwerken mit Belgien

Im Rahmen eines anderen Beitrags zu unterschiedlichen Initiativen in anderen Ländern haben wir ja schon mal auf BAQMaR aufmerksam gemacht.

Mittlerweile hat Bettina die Kontakte intensiviert und wir haben eine sehr schöne Kooperation auf die Beine gestellt, in der wir dabei mitwirken dürfen den deutschsprachigen Teil der Plattform unserer belgischen Kollegen mit mehr Inhalten zu füllen.

Wir freuen uns sehr über diese Gelegenheit, die wir gerne wahrnehmen werden.

Höhere Datenqualität im web 2.0 durch Offenlegen der Auftraggeber

So oder so, die Initiative  der US-Regierung gegen Schleichwerbung im Internet vorzugehen, hat etwas. Vor verspricht sie eine Verbesserung der Qualität der Datenmengen, die täglich im Internet durch user generated content produziert werden.

Denn im Moment ist – bei allen technologischen Möglichkeiten – nicht deutlich, aus welchen Motiven Personen Blogbeiträge kommentieren, Twitter nutzen oder Statusmeldungen auf Facebook pflegen. Das kann aus Mitteilungsbedürfnis und Freude am Netwerken, aus Eitelkeit, Gewohnheit oder Annehmen einer parallelen Identität geschehen, aber eben auch zur Produktvermarktung passieren. Schleichwerbung ist dann der richtige Ausdruck.

Die nun im Raum stehende Verschärfung der Verfolgung von Schleichwerbung führt vielleicht wirklich dazu, dass die Auftraggeber solcher „Blogger-Kampagnen“ offen gelegt werden müssen. Dann wäre es „nur“ noch eine technische Aufgabe diese Angaben zu filtern und dementsprechend als „web 2.0 Auftragscontent“ zu klassifizieren. Somit wäre für die Marktforschung ein Content-Stream anhand einer Motivation eindeutig benannt und separat analysierbar.

Mal sehen, was sich da entwickelt…