Marktforscher mit Meinung?

So, jetzt ist es schon Februar, das bedeutet, einer von zwölf Monaten aus 2010 ist dahin und Geschichte.

Das Jahr ist ja mit einer ganzen Reihe von Übersichten zu Trends und Zukunftsszenarien für die Marktforschung gestartet. Ohne jetzt hier die einzelnen Links zu posten, es war viel Interessantes dabei, aber einiges ist auch eben in diesem ersten Jahreszwölftel auch schon überholt. Egal, was ich eigentlich hier posten wollte ist einer meiner Lieblingsbeiträge aus 2009. Ein bisschen anachronistisch vielleicht, gerade für so ein schnelllebiges Medium. Aber das mag man mir nachsehen.

Alison Macleod hat auf ihrem tollen Blog im Oktober 2009 eine interessante Diskussion angestoßen, in der es im Großen und Ganzen um den schlechten Stellenwert geht, den Marktforschung in Unternehmen hat. Ebenso interessant sind die Kommentare. Vor allem der sehr lustige Kommentar von einem Guy am 16.10.09 ist eine Leseempfehlung, irgendwie tragisch-komisch.

Jeder Punkt für sich ist ein Argument für Verbesserungen im Hinblick auf Qualität. Jeder Punkt gibt solchen Anstrengungen wie dem FOYER, dem BAQMaR oder der Research Liberation Front eine Berechtigung.

Ich mag übrigens den Punkt i) von diesem Guy am liebsten. Und Ihr?

Initiativen in anderen Ländern

Es ist ja nicht so, als wären wir hier alleine. Ganz im Gegenteil. Bettina hat ja auf unserer facebook Pinnwand schon die Initiative zum Thema Marketing Research aus Belgien erwähnt.

Mit der Subline “We are all analysts” machen die Kolleginnen und Kollegen deutlich worum es ihnen geht. Auch sie wollen einen Austausch mit interessierten Leuten anstoßen und jedem die Möglichkeit geben eigene Ideen zu präsentieren oder die von anderen zu kommentieren. Und das immerhin seit 2007.

Und wenn man sich durch die Beiträge liest, dann werden dort auch eine Reihe von unterschiedlichen Standpunkten vertreten und Facetten der täglichen Harausforderung angerissen. Eben Raum für neue Ideen, genauso wie das FOYER…

Einen deutlich anderen Ansatz fährt da die Research Liberation Front.

Ihr Motto ist: “The RLF carries out direct action against bland research techniques and presentations in the form of rescuing consumers and clients from the horrors that they are often subjected to in the name of so called research.”
Sicher nicht jedermanns Sache aber echt beeindruckend mit welcher Haltung hier Grundsätze formuliert werden. Und die Intention ist durchaus vergleichbar, denn auch hier geht es – wenn auch mit einem anderen sprachlichen Code – um die Bearbeitung neuer Herausforderungen an Research. Ebenso wie bei uns. Ich kann nur das RLF Credo empfehlen.

Es tut sich also was.

Und die ersten Tage seit Bestehen des FOYERS zeigen mir, dass auch der Bedarf in Deutschland da ist für eine offene Diskussion zur Zukunft der Marktforschung.