Marktforscher mit Meinung?

So, jetzt ist es schon Februar, das bedeutet, einer von zwölf Monaten aus 2010 ist dahin und Geschichte.

Das Jahr ist ja mit einer ganzen Reihe von Übersichten zu Trends und Zukunftsszenarien für die Marktforschung gestartet. Ohne jetzt hier die einzelnen Links zu posten, es war viel Interessantes dabei, aber einiges ist auch eben in diesem ersten Jahreszwölftel auch schon überholt. Egal, was ich eigentlich hier posten wollte ist einer meiner Lieblingsbeiträge aus 2009. Ein bisschen anachronistisch vielleicht, gerade für so ein schnelllebiges Medium. Aber das mag man mir nachsehen.

Alison Macleod hat auf ihrem tollen Blog im Oktober 2009 eine interessante Diskussion angestoßen, in der es im Großen und Ganzen um den schlechten Stellenwert geht, den Marktforschung in Unternehmen hat. Ebenso interessant sind die Kommentare. Vor allem der sehr lustige Kommentar von einem Guy am 16.10.09 ist eine Leseempfehlung, irgendwie tragisch-komisch.

Jeder Punkt für sich ist ein Argument für Verbesserungen im Hinblick auf Qualität. Jeder Punkt gibt solchen Anstrengungen wie dem FOYER, dem BAQMaR oder der Research Liberation Front eine Berechtigung.

Ich mag übrigens den Punkt i) von diesem Guy am liebsten. Und Ihr?

Das Ende der Marktforschung 2029! Zu viel Phantasie oder ist da mehr dran?

Anfang des Monats las ich hier einen interessanten Beitrag von Ted Morris (ein amerikanischer Markenexperte, dessen Name mir bislang nichts gesagt hat). Es geht dabei um die Zukunft der Marktforschung, wie die Marktforschung im Jahre 2029 aussehen kann.

Ted Morris sieht ein Ende der Marktforschung, so wie sie jetzt besteht, innerhalb der nächsten 10 – 20 Jahre. Den Hauptgrund dafür sieht er darin, dass sich die Voraussetzungen für MaFo so schnell und drastisch verändern, die Branche darauf aber nur langsam reagiert.

Interessant und sehr wichtig finde ich die Rolle, die er dem Bereich Marketing und Kommunikation zuweist. Nicht, dass ich dafür eintrete, dass „die Marktforschung“ alles so machen muss wie „die Werbung“. Aber ein wenig Orientierung für die Marktforschung geben Managemententscheidungen der Werbe-Netzwerk-CEOs doch, schließlich hängen auch wichtige Marktforschungsplayer in diesen Networks (z.B. WPP).

Und noch aus einem anderen Grund wird es für die Marktforschung immer wichtiger die Entwicklungen der (Werbe-)Agenturlandschaft zu beobachten, denn schließlich sind sie entweder selbst Einkäufer und Nutzer von Marktforschungsleistungen oder ebenfalls Dienstleister der MaFo-Kunden.

Marktforschung braucht Veränderungen und muss mit den Veränderungen in der Dienstleister- und Kundenlandschaft gehen, das Ganze jedoch ohne die Kernleistungen zu vergessen oder dem goldenen Kalb Internet hinterherzurennen, oder?

Was m.E. auf jeden Fall für uns alle gilt, ist der folgende Satz: “This current recession / depression is a good time to us to rethink, retool, and re-launch.”

In diesem Sinne freue ich mich auf einen interessanten Austausch!