Marcell D’Avis – Ein MaFo-Thema wird Testimonial

Es wurde ja hier und da schon viel über die aktuelle Kampagne von 1&1 geschrieben. Wie bei jeder Kampagne wird es so sein, dass sie einigen gefällt und einigen nicht gefällt, normal.

Was ich interessant finde ist, dass ein aus meiner Perspektive stark durch MaFO beforschtes Thema nun endlich den Einzug in eine Kampagne erhält, sogar mehrstufig. Und das ist mehr, als das übliche „Tests mit 232 Frauen haben gezeigt, dass 80% das Produkt weiterempfehlen würden“, Schriftgröße 7, Einblenddauer 5 Sekunden.

Ich bin gespannt, wie sich die Kampagne entwickelt und vor allem wie sie ankommt. Ich habe da zwar keine Aktien drin, könnte mir aber vorstellen, dass eine so prominente Rolle der Kundenzufriedenheit bei der Kampagnen- ja wahrscheinlich sogar bei der Markenpositionierung, in Zeiten eines ungeregelten, offenen Feedbacks via Social Media Probleme bereiten kann.

Mutig finde ich das auf jeden Fall…

Das Ende der Marktforschung 2029! Zu viel Phantasie oder ist da mehr dran?

Anfang des Monats las ich hier einen interessanten Beitrag von Ted Morris (ein amerikanischer Markenexperte, dessen Name mir bislang nichts gesagt hat). Es geht dabei um die Zukunft der Marktforschung, wie die Marktforschung im Jahre 2029 aussehen kann.

Ted Morris sieht ein Ende der Marktforschung, so wie sie jetzt besteht, innerhalb der nächsten 10 – 20 Jahre. Den Hauptgrund dafür sieht er darin, dass sich die Voraussetzungen für MaFo so schnell und drastisch verändern, die Branche darauf aber nur langsam reagiert.

Interessant und sehr wichtig finde ich die Rolle, die er dem Bereich Marketing und Kommunikation zuweist. Nicht, dass ich dafür eintrete, dass „die Marktforschung“ alles so machen muss wie „die Werbung“. Aber ein wenig Orientierung für die Marktforschung geben Managemententscheidungen der Werbe-Netzwerk-CEOs doch, schließlich hängen auch wichtige Marktforschungsplayer in diesen Networks (z.B. WPP).

Und noch aus einem anderen Grund wird es für die Marktforschung immer wichtiger die Entwicklungen der (Werbe-)Agenturlandschaft zu beobachten, denn schließlich sind sie entweder selbst Einkäufer und Nutzer von Marktforschungsleistungen oder ebenfalls Dienstleister der MaFo-Kunden.

Marktforschung braucht Veränderungen und muss mit den Veränderungen in der Dienstleister- und Kundenlandschaft gehen, das Ganze jedoch ohne die Kernleistungen zu vergessen oder dem goldenen Kalb Internet hinterherzurennen, oder?

Was m.E. auf jeden Fall für uns alle gilt, ist der folgende Satz: “This current recession / depression is a good time to us to rethink, retool, and re-launch.”

In diesem Sinne freue ich mich auf einen interessanten Austausch!

Ein paar Zahlen aus Australien zu Qualität von Online-MaFo

Eine bunte Themensammlung von Gründen und Argumenten, warum Technologie (aber nicht nur Technologie) Online-Befragungen verändern wird, findet sich hier . Immerhin werden in Australien bereits 33% aller Studien im Bereich Markt- und Medienforschung online durchgeführt.

Klar, relativ spät wird deutlich, dass es sich bei dem Artikel um ein bisschen Werbung für die eigene Software handelt, aber trotzdem sind die Punkte interessant. Auch, weil sie mit Daten belegt werden.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus Australien, welche die Autoren empfehlen im Auge zu behalten, um Qualität und Robustheit von Daten (und den Entscheidungen, die darauf fußen) zu garantieren:

  • Alles, was online erhebungstechnisch technisch möglich ist und durch neue Technologien möglich wird, muss den Anforderungen an (traditionelle) Marktforschung gerecht werden (vor allem die Güte der Stichprobe im methodischen Sinne, aber auch das Ausschließen unerwünschter Effekte in den Befragungen selber).
  • Dazu gibt es die Zahlen, dass in Australien 0,25% der Internetnutzer für die Ergebnisse von 30% aller Online-Umfragen verantwortlich sind.
  • Mehrfachteilnahmen in unterschiedlichen Online-Panels ist die Hauptursache für dieses Ergebnis. ESOMAR wird zitiert, dass 6% aller Panelisten bei mehr als einem Panel registriert sind (und ich selbst bin auch bei mindestens fünf verschiedenen Panels registriert)

In der Folge geht es dann noch um die modernen Möglichkeiten, wie man das verhindern kann. Da geht es dann um Fingerprint und Co., aber das ist wie gesagt eher Eigen-PR…

Aber wenn wieder die Rede von Qualität im Rahmen von Online-Mafo die Rede ist, dann sollte man sich die Zahlen aus Australien noch einmal zu Gemüte führen.