Die alte Schule der Markenberatung weiß auch nicht so genau…

Die Tage bin ich über diese PR-Studie von Musiol Munzinger Sasserath gestolpert. Hierbei geht es um eine zeitlich begrenzte Untersuchung der Facebook-Aktivitäten relevanter TV-Marken.

Neben ein bisschen deskriptiver Beschreibung der Markenpräsenzen in Facebook (z.B. Alter der Präsenz), finde ich die Aufteilung der Marken in die Vier-Felder-Matrix ganz interessant.

Die Autoren unterscheiden in “Passive Brands”, “Sender Brads”, “Host Brands” und “Friend Brands”. Dabei sind die “Friend Brands” diejenigen, bei denen die Interaktion ernst gemeint ist, wo die Möglichkeit des Kontaktes und de Dialogs ausgeschöpft werden und die Rollenaufgaben der Marke als zuhören, fragen, antworten und interagieren festgelegt sind. Der User wird als Partner geschätzt und ernst genommen.

Meine Hypothese wäre war, dass die Friend Brands am stärksten vertreten sind und auch den größten Zuwachs im Hinblick auf “Fans” haben. Aber das ist nicht der Fall. In Deutschland sind ungefähr 25% der Marken, die auf Facebook präsent sind, “Friend Brands” (z.B. Lindt, FIAT). Und der Fanzuwachs lag (im Messzeitraum) bei 2,0% auf dem niedrigsten Niveau der vier Typen. Zwar liegt die Interaktionsrate mit 4,3% auf hohem Niveau, aber “Host Brands”, die Content und Input über verschiedene Reiter anbieten, aber die Interaktion der Fans nicht weiter anregt und auf ein gemeinsames “Like” beschränken, ist deutlich höher (5,5%).

Was bedeutet das?

Vielleicht, dass bekannte Marlen wie BMW oder Bitburger auf Facebook weniger investieren müssen und deswegen ein Marken-Hosting bei Facebook ausreicht?
Oder, dass klassische TV Marken wie Deutsche Telekom oder Targobank ihrem Sendungsbewusstsein auch im Internet treu bleiben?
Oder, dass ein hoher Facebook-Aufwand bei der Interaktion in keinem guten Verhältnis zum Facebook-Ertrag steht?

Marcell D’Avis – Ein MaFo-Thema wird Testimonial

Es wurde ja hier und da schon viel über die aktuelle Kampagne von 1&1 geschrieben. Wie bei jeder Kampagne wird es so sein, dass sie einigen gefällt und einigen nicht gefällt, normal.

Was ich interessant finde ist, dass ein aus meiner Perspektive stark durch MaFO beforschtes Thema nun endlich den Einzug in eine Kampagne erhält, sogar mehrstufig. Und das ist mehr, als das übliche „Tests mit 232 Frauen haben gezeigt, dass 80% das Produkt weiterempfehlen würden“, Schriftgröße 7, Einblenddauer 5 Sekunden.

Ich bin gespannt, wie sich die Kampagne entwickelt und vor allem wie sie ankommt. Ich habe da zwar keine Aktien drin, könnte mir aber vorstellen, dass eine so prominente Rolle der Kundenzufriedenheit bei der Kampagnen- ja wahrscheinlich sogar bei der Markenpositionierung, in Zeiten eines ungeregelten, offenen Feedbacks via Social Media Probleme bereiten kann.

Mutig finde ich das auf jeden Fall…

The Marketing Directors – das Packaging stimmt

MarketingdirectorsEs tut sich etwas auf dem Markt der Marketing Research Consultancies. Sie nehmen die Disziplin Marktforschung und betten sie ein in ihr Produktportfolio, das weit über die Grenzen eines Full-Service-Insituts hinausgeht.

Marktforschung ist hier ein Tool, das dabei hilft die Marketing- und Beratungsaufgaben zu erfüllen. Das eigentliche Produkterlebnis wird aber über die Marketing Services vermittelt.

Was noch auffällt ist, dass die Aufmachung der Website (und sie ist wirklich nur ein willkürlich gewähltes Beispiel, sonst müsste ich den Auftraggeber offenlegen) ganz anders daher kommt als bei Full-Service-MaFo-Instituten. Für meinen Geschmack ein bisschen zu amerikanisch (obwohl es Briten sind), aber das Packaging stimmt.

MarketresearchersWie praktisch ist es dann, wenn man gleich noch ein Marktforschungslabel zu bieten hat, denn nun sind beide Richtungen der Wertschöpfung abgedeckt.

1. Marketing Services, die mit den Ergebnissen der MaFo arbeiten
2. MaFo Leistungen, die erbracht werden müssen, um Marketing Services zu erbringen.

So umgehen die Marketing Directors dieser Welt die klassische MaFo…

Wäre das nicht auch ein Weg für Marktforschungsexperten ihr Geschäft zu verbreitern? Was – außer eventuell Marketing und Consulting-Kompetenz fehlt hier eigentlich?

Oder ist schon jemand auf die Idee gekommen, hat es probiert und aus guten Gründen gelassen? Dann bitte her mit den Erfahrungsberichten…

Höhere Datenqualität im web 2.0 durch Offenlegen der Auftraggeber

So oder so, die Initiative  der US-Regierung gegen Schleichwerbung im Internet vorzugehen, hat etwas. Vor verspricht sie eine Verbesserung der Qualität der Datenmengen, die täglich im Internet durch user generated content produziert werden.

Denn im Moment ist – bei allen technologischen Möglichkeiten – nicht deutlich, aus welchen Motiven Personen Blogbeiträge kommentieren, Twitter nutzen oder Statusmeldungen auf Facebook pflegen. Das kann aus Mitteilungsbedürfnis und Freude am Netwerken, aus Eitelkeit, Gewohnheit oder Annehmen einer parallelen Identität geschehen, aber eben auch zur Produktvermarktung passieren. Schleichwerbung ist dann der richtige Ausdruck.

Die nun im Raum stehende Verschärfung der Verfolgung von Schleichwerbung führt vielleicht wirklich dazu, dass die Auftraggeber solcher „Blogger-Kampagnen“ offen gelegt werden müssen. Dann wäre es „nur“ noch eine technische Aufgabe diese Angaben zu filtern und dementsprechend als „web 2.0 Auftragscontent“ zu klassifizieren. Somit wäre für die Marktforschung ein Content-Stream anhand einer Motivation eindeutig benannt und separat analysierbar.

Mal sehen, was sich da entwickelt…