Brauchen wir überhaupt noch analoge qualitative Forschung?

1. Warum es notwendig ist, die Frage zu stellen
Auf der Research & Results 2011 wurden die Glücklichen und die Unglücklichen gezählt.
Am Messestand eines großen Instituts war eine Kamera angebracht, welche die Vorübergehenden erfasste und klassifizierte. Auf einer Leinwand konnte man als Besucher die Ergebnisse ablesen…
… wie viele Frauen, wie viele Männer am Stand vorbei gekommen waren,
… wie alt diese Personen schätzungsweise waren,
… und: wie ihre Stimmung war.

Gemessen nach weltweit gültigen Mimik-Standards konnten wir sehen, wie viele Glückliche, wie viele Unglückliche, wie viele Erstaunte, wie viele Neutrale vorbei kamen.

Schlagartig wurde mir wieder bewusst, wie weit wir schon gekommen sind, mit unserem Drang zur Technisierung, Automatisierung und Virtualisierung der Marktforschung – und dass dieser Drang auch vor qualitativen Methoden nicht halt macht.

Schauen wir uns dieses Bedürfnis nach Digitalisierung – im weitesten Sinne – bezüglich der Marktforschung einmal etwas genauer an:

Primär werden natürlich die üblichen Gründe angeführt: Schneller gehen soll es, und kostengünstiger soll es auch werden, weil der Studio-Aufwand entfällt.
Als qualitative Forscherin gebe ich mich natürlich mit einer so offensichtlich-pragmatischen Antwort nicht zufrieden. Denn wir alle wissen, dass eingesparte Zeit mittelfristig durch höhere Schnelligkeitsanforderungen genauso aufgefressen wird, wie eingesparte Studio-Euro durch Verfeinerung der Online-Befragungs-Systeme.

2. Was qualitative Forschung in die digitale Welt treibt
Welche Motivationen könnte es also noch geben?

A. Verlangen nach „wissenschaftlich-objektiver“ Information.
Eine Studie des AKQua (BVM-Arbeitskreis für qualitative Forschung) in Zusammenarbeit mit der FH in Pforzheim hat ergeben, dass die qualitative Marktforschung häufig immer noch als Black Box gilt, als undurchsichtige Mauschelei, bei der willkürlich geäußerte Kundenaussagen auf nicht nachvollziehbare Weise zu “Insights” verarbeitet werden.
Was aber könnte objektiver sein als das unemotionale, weil technische Auge der Kamera in Verbindung mit international standardisierten Emotionen?!

B. Ordnung im Gefühls-Chaos
Die Beweggründe der Verbraucher für Sympathie, für Informationsbereitschaft, zum Kauf, etc. sind in ein chaotisches Knäuel unterschiedlichster und teilweise arg widersprüchlicher

http://denkimpuls.com/was-ist-neuromarketing-4

Emotionen verwickelt. Wie erkläre ich dem Marketing-Manager hinter der Scheibe, dass auch Fans seines Produkts nicht die Inhaltsangaben lesen oder dass jemand nicht lügt, wenn er behauptet, immer auf den Preis zu achten, aber bei der Allianz seine Versicherungen abgeschlossen hat?

Neuromarketing-Ansätze z.B. sind hier klar im Vorteil, sie zeigen ein eindeutiges und scharf umrissenes Areal im Hirn, sobald das geliebte Produkt gezeigt wird.

C. Zurückerobern des eigenen Einflusses
Die Gruppendiskussion galoppiert dahin … Da! Ein interessantes Statement über mein Produkt, aber schon ist die Gruppe beim nächsten Thema – bis ich den reitenden Boten mit dem Zettel nach vorne geschickt habe, ist die Nachfrage ohne Dynamikverluste nicht mehr einzubauen. Wer kennt diese missliche Situation als GD-Beobachter nicht auch?

So schön es ist, neutral hinter der großen Scheibe zu sitzen, so hilflos ausgeliefert fühlt man sich dort manchmal auch. Vielleicht ist das auch der wahre Grund für die berüchtigte GD-Beobachtungs-Müdigkeit, nicht Dunkelheit und Sauerstoffmangel …
Auch frustrierend – wenn die Gruppe geschlossen das wunderschöne Grün ablehnt, man aber keine Alternative in Lila dabei hat.

Wie schön ist es dagegen bei synchronen online-Gruppen mit dem Moderator im Kundenraum zu „tuscheln“ und bei asynchronen einen Tag später Alternativen nachschieben zu können!

3. Was aus der digitalen Welt auf unsere qualitative Forschung zukommt
Am Rande dieses Problemfeldes warten auf uns noch zusätzlich

  • Blog- und Social-Web-Analysen mit dem „unverfälschten“ Feedback „echter“ Verbraucher,
  • Web-Welt-Weite Inhaltsanalysen mit Google-Searchtools, die semi-qualitative, voranalysierte Aussagen zu (fast) jedem beliebigen Thema liefern,
  • und Fan-Communities wie Last.fm, Runnersworld oder Chefkoch.de, in denen echte Fans eines Themas ihre Ansichten, Einsichten und Vorurteile mit aller Welt und dem Marketer teilen.

4. Warum es trotzdem immer analoge qualitative Forschung geben wird
Die Probleme beobachtender Forschung im Netz wurden an anderen Stellen bereits hinreichend erörtert, z.B.: Woher weiß das Analyseprogramm ob mit „eine Bank“ eine Sitzgelegenheit im Park oder ein Geldinstitut gemeint ist? Schreibt hier der Fan oder die Webagentur des Fanartikel-Anbieters? Wem gehört der Content? etc.
Aber auch das aktive qualitative Fragen birgt im Netz Fallen, die uns doch immer wieder zu einer Validierung in der Realwelt zurück bringen:

  • Die sterile Harmonie vieler hochgeladener Fotos am Bulletin Board der Marketing Research Online Community (MROC) ist genauso wenig erhellend, wie die schockierende Offenheit, die manche Teilnehmer im Schatten der Netz-Anonymität entwickeln – beide verschleiern den Kern des Problems, das der Verbraucher mit der Produktkategorie und / oder der Marke hat.
  • Die ausgefeiltesten Emoticons dieser Welt können nicht annähernd so viel Information transportieren, wie ein reales Lächeln, das plötzlich aus einem Probanden herausbricht oder eine von Ekel gerümpfte Nase – denn einige Dinge werden dem Netz noch lange verschlossen bleiben: Persönliche Ausstrahlung, physische Dynamik, Gerüche, Haptik, etc.
  • Und solange wir nicht ausschließlich offline rekrutieren, ist kein Forscher davor gefeit, sich mit künstlichen Identitäten zu unterhalten, die das Thema gar nicht interessiert, aber umso mehr das Incentive oder das „Trollen“ in der Research-Community.

Die erfrischende Normalität der realen Verbraucher, die nicht – unsichtbar für den Forscher – schnell noch was zur gestellten Frage googlen oder an ihrem Hochglanz-Avatar polieren, wird sich also bei vielen Themen als die bessere Informationsquelle erweisen.
Und deshalb sind wir optimistisch, dass wir unsere Forschertage nicht einsam hinter dem Bildschirm beschließen müssen, umgeben nur von virtuellen Probanden, die uns mit Web-Inhalten statt mit ihrem Erleben füttern.Sondern wir werden weiterhin die Studios, Heime und Büros besuchen, mit lebenden Menschen sprechen, ihre Mimik beobachten und an schwierigen Stellen herumbohren, ohne dass der Proband in die Weiten des Netzes flüchten kann.

Bis eine anschauliche, lebensnahe und handlungsrelevante Analyse auf dem Tisch liegt!

Live from TMRE: Day 3 – what a day wth Intel, Disney, YouTube and Microsoft BING (and CIA)…

Could there be another fourth TMRE day ? Should there be one? Hmm, I think we all have to go back to work and do interesting research stuff and thinking.

But I will bring a lot of interesting thoughts back with me to Germany. I saw a lot of interesting sessions and talked to a lot of interesting people (some which I only knew from Twitter). But before I’ll have to leave I would like to share my thoughts on this third day of TMRE.

I started the day with the two keynotes, “Why Bad Behaviour Is Good Politics by Bruce Bueno”.
He started with some interesting sentences:

“Earthquakes are deadlier in Iran or China than Chile, Honduras or Italy”
“All of the world’s top universities are in democracies”
“Iraq exported baby formula and food in the 90s while over 500.000 of its children died needlessly from malnutrition and disease”

Then another quiz:
You want job security? Huge income? The need to do want you want? Everyone should praise you? Looking for perfect job privacy balance? Become a dictator! :-)

Bruce drilled it down to five rules, applicable for all organizations (families, charities, companies etc.)

1. To be a successful dictator rely only on as few people as possible, only use a small coalition of supporters

2. Get a small “coalition” of people and drawn them from a large pool of people, the larger the better. It is important that they know that they can be are easily replaced.

3. Tax max! Get out of customers as much as possible.

4. Pay your coalition just enough so they don’t think to switch to the other side. But don’t pay more than that.  If you pay them too much, they are able to gain wealth and spend the money and at the end fights you.

5. Don’t waste money on improving the lives of the people you rule. They aren’t important because you don’t benefit from them at all

Very charismatic speech, but I didn’t really get the connection to market research, promise to think harder :-)

The second one was Jeremy Gutsche, founder of Trendhunter.com, again a very engaging presentation. You could see that he is a “man for the stage”.

He was all about two different trends in recent times:

1. The supremacy of culture

2. The tragic return of gut instinct (which we don’t like that much ;-) )

He pointed out that market research used to be driven by product. But that isn’t hitting the nail anymore. It’s about experience. Most of the companies sell products, but consumers buy experiences (see Harley Davidson).

So, to his point of view, we are hunting for the cool stuff, because cool stuff is unique, cutting edge, viral, the next big thing… So you’ll have to create a culture!

Great case study about littering. See the answer from the research and the execution from ad agency and goolge for “Don’t mess with Texas”. Here is the link 

Most important notes for me: Create a connection to the research! Or connect the research to an experience!

Then I went to some cool sessions. YouTube, Disney, BING, Intel…
Good stuff:

Sundar Doraj-Raj from Google showed how to measure the impact of advertising. They have instream ads, overlays, banner / rich media and promoted videos (yes, they belong to google)

And YouTube is incredibly growing. 3 billion views a day, 48 hours of videos uploaded every day… Why is this important? It is, because they earn money with this. 2 billion monetized views every week.

So they did some experimental designs and found out that instream ads (those that are running prior to the video you choose) are most disturbing the users. Not surprising at all, because they stop you from doing what you want. This is getting slightly better when the instream ad is skippable, but this kind of advertising remains one of the most critical issues in terms of usage and visiting YouTube.  But be sure they will react on this.

I also heard some inspiring words about culture in a creative organization from Yoni Karpfen, Consumer Research Club Penguin (Disney). It was very impressive to see how children aged 6 to 12 deal with daily politics in a playful way (like 9/11, breast cancer day or Japan tragedy).

But this kind of product need perpetual creative development and the question is how to do this and what to develop next? Yoni led us through their research process which delivers a highly creative experience. They listen to the players, live and breathe the experience. And they have a huge community support team which is connected to the users anytime.

They are trying to make research free or cheap instead of expensive, fast instead of slow, friendly instead of controversial, trustworthy instead of questionable, tailored to the audience instead of complicated and cool & fun instead of boring. And of course they have to in order to fuel the creative network and their core business…

How? Inspiration meets information, creative has to be compatible to operational. Empathy is the key, and that itself refers to culture. 

Microsoft / Bing is measuring social network conversation and WoM to understand how Gen Y is talking about their brand to get more emotional connection insights of Generation Y. They better do, because 10.1% of Gen Y visits MSN.com on a monthly basis. So MSN and Bing’s target for 2011 has been Gen Y for all their media spend & targeting. It is a little bit confusing, because Lise Nicole Brende told us that the Bing research team mainly consists of Gen X researchers. So how can Gen X researchers deep dive into the habits and rituals of Gen Y (but this is another story…).

They moved their attention towards so called Connected Socialiszers (Facebook centric) which produce 47% of all BING searches. In former time they focused on Information Seekers (responsible for 20% of BING searches).

We heard a lot about Gen Y then, taken from the Cassandra Report, and how BING tries to adopt these findings. They constantly try to get in touch with this optimistic, control demanding, group oriented and sometimes overwhelmed and stressed Gen Y. One of the key assets BING has is Gen Y trend seeker panel, providing feedback to them, a very interesting and valuable source.

Last but not least I attended the session by Intel about Experience Driven Innovation. It was again very interesting and presented on a high level.  Tony Salvador was pointing out that Intel is looking for long term evolution trends to use for corporate development. He said that experience that is based on data is future. It delivers new ways of business, new way of making money, new ways of interacting. And he left us with 5 take aways:

- Exchange drives markets
- Many markets are comprised of people
- People have values and they seek value
- Organized complexity is right there
- Cultural values in Flux drive Expertise

I have to say good-bye for now. See you later! Don’t forget to follow me on twitter @olympiamilano :-)

Btw, for more check out the gorgeous twitter hashtag #TMRE

Recruitment of participants for Online Research Communities, the role of Online Access Panels

If you are familiar with the business of online access panels  – maybe because you sometimes need that kind of service – you may know that providers of online access panels position themselves on the ground of huge panelsizes or because of delivered quality.
The respective underlying business model is correspondingly either quantities or it is defined by the quality of respondents’ information.
Both models of course have several advantages and disadvantages.

Quantity model
Advantages:
- Even small audiences with low incidence rates can be reached adequately
- High demands on field time and costs can be met
- Large numbers of cases are possible

Disadvantages:
- Higher fluctuation and “panel-mortality”
- Only few qualifying information about the participants available
- Recruitment methods are not always transparent
- Only little knowledge about the influence of the panel model on panelists self-perception as survey participants

Quality-driven model
Advantages:
- High quality responses on more strict rules of access to new panel members (eg. member-get-member)
- Extensive screening
- Qualitative analysis of the panelists (eg minimization of screen-outs as the basis of the relationship management)

Disadvantages:
- Limitation in case of low incidences are needed
- Limitation on the number of cases to be achieved
- Slightly higher costs

Photo by http://blog.allworkandnoplay.de/ In the context of online research community projects it is necessary to recruit participants not only to because of their target-group characteristics. You rather put demands on communication skills beyond “tip-the-box” as well as sufficient intrinsic motivation to participate.
Wherever it is generally a good idea to recruit participants via online access panels, we prefer those providers with a quality-driven approach. Results always are extremely high response rates, low drop-out rates over time (even in communities with longer durations) and last but not least positive effects in terms of ­panelists’ appreciation being a participant in market research.
Without participants and their willingness to share their experiences, attitudes and preferences, we would have a hard time.
So it is always a pleasure to read feedback like this after completion of online research communities:

“Thanks a lot to the moderators and creators of this community. I had a lot of fun and I have learned a lot. I’m happy that I was able to exchange with others and there were a lot of good hints. You, the scribblers, have been a great group! Thanks a lot. I wish all the best to all participants and perhaps we will meet one day on the internet or even in real life.”

Colors of cars, what do they tell you?

If you are in the automotive research then you know what I’m talking about. In nearly every study we have done for the automotive industry, at a certain stage the question about colors play an important role. Sometimes it’s the question about the dominant color of a car in the local market, sometimes it is about to decide which color a car scribble should have as stimulus material for group discussion (or should not have). And sometimes you want to know if a given car color represents mass taste.

In a world of deep depth of information about a huge range of topic you will need to mix the sources of knowledge. It is indeed important to know your category before starting a research. Sometimes you are lucky and you will find the information you need.

Let’s have a look at this piece of information.

Source: Kraftfahrzeugbundesamt, Germany

Accordingly, the 1980s in Germany, red was 22% of new registrations, more than any other. A similar proportion (21.6%) was gray it was followed by white with 20.6% ¬and blue with 15.7%.

Since then, Germany has become colorless. Just 6.8 % of new registrations in 2010 were still red. Thus, the red cars have quickly become less important. Even with green, it went down (from 5.5 to 1.4%), also with blue (15.7 to 10.5%) and the other colors (10.6 to 6.9%) as brown or orange.

Big winners are the black colored cars. In 1986, only every 25th car was black (4.0%). Today, however, black is regarded as noble and almost one third (30.4%) of all cars is painted black. Only in gray, there are more cars (32.6%).

Is that all the numbers could tell you?

Source: Kraftfahrzeugbundesamt, Germany

If you – like me – like accurateness and precision the answer is No! Our philosophy is to go that extra mile to deliver better results.

You can see some kind of color fashion over the years. And it would be interesting to map the socio-demographic change against these numbers.But most important is the fact that every brand (and even every model) has its own hypecycle. In 2010 it is very hard to find a non-black Jaguar, Porsche or Jeep, because all brands have a proportion of black cars registered in this year of more than 50%.

And be careful to think that every silver / gray car is premium. Smart has a proportion of 58.4% for this color.  This is a good example of how putting together different sources of knowledge from existing information about the market helps you produce better research results. Let’s see what we will learn about the topic of “mixing information” at the The Market Research Event 2011 in November in Orlando, Florida, hosted by IIR USA.

Mystery Shopper Umfrage

Dr. Gunnar Grieger vom Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie hat eine Studie unter Mystery Shoppern durchgeführt. Die Ergebnisse sind in mehrerer Hinsicht sehr interessant.

Los geht’s:

Mystery Shopper Umfrage

Mit dem „Mystery Shopper Monitor 2010“ erfolgte erstmalig eine Befragung von über 700 Mystery Shoppern in Deutschland. Untersucht wurden Einstellungen und Bedürfnisse rund um die Tätigkeit als Testkäufer. Dabei wurden Erkenntnisse aus den Bereichen Schulung, Tätigkeit, Vergütung und Zusammenarbeit zwischen Testkunden und Anbietern gewonnen.

Neben der finanziellen Motivation ist es für nahezu drei Viertel der Mystery Shopper wichtig, einen Beitrag zur Verbesserung der Servicewüste zu leisten. Die Lieblingseinsätze der Testkunden sind insbesondere in der Gastronomie und Hotellerie. Weniger beliebt sind Testberatungen bei Banken und Versicherungen und im Kfz-Bereich.

Mystery Shopper erhalten pro Stunde Einsatzzeit durchschnittlich 19 Euro. Allerdings erhält jeder Fünfte weniger als 10 Euro. Insofern bestehen große Unterschiede in der Vergütung. Fraglich ist zwar, ob ein Zusammenhang zwischen Qualität der Arbeit und Vergütung besteht, allerdings kann angenommen werden, dass bei einer Vergütung von weniger als 10 Euro pro Stunde eine erhebliche intrinsische Motivation vorauszusetzen ist. Eine andere Erklärung der Akzeptanz auf Testkäuferseite besteht darin, dass mehrere Aufträge angenommen werden, so dass es sich auf individueller Ebene lohnt.

Vorbereitungsart und -intensität der Mystery Shopper durch die Feldinstitute variieren zum Teil erheblich: Über 40 Prozent der befragten Testkäufer werden lediglich schriftlich vorbereitet, ohne dass die beauftragenden Institute und Agenturen überprüfen, ob die Mystery Shopper verstanden haben, was sie bewerten sollen. Insofern ist nicht gewährleistet, dass in allen Mystery Shopping-Untersuchungen die erforderlichen Gütekriterien Reliabilität und Validität sorgfältig beachtet werden. Dies ist bedenklich, da die Ergebnisse Maßnahmen in den untersuchten Unternehmen nach sich ziehen und die Auftraggeber sich folglich auf die Richtigkeit verlassen müssen. Beauftragende Unternehmen sollten sich daher die Vorbereitung der eingesetzten Testkäufer offenlegen lassen.

MysterypanelZum Studienhintergrund des Mystery Shopper Monitors

Mystery Shopping fasst Methoden der Marktforschung zusammen, bei denen verdeckt arbeitende Testkunden die Servicequalität eines Unternehmens erheben. In Deutschland bieten weit über 100 Marktforschungsinstitute Mystery Shopping-Dienstleistungen an, die schätzungsweise jährlich 75 Mio. Euro umsetzen.
In dem stetig wachsenden Markt sind immer mehr Personen im Rahmen einer Nebentätigkeit als Mystery Shopper aktiv. Daher wurden über 700 Personen zu Ihrer Tätigkeit als Mystery Shopper befragt. Der „Mystery Shopper Monitor 2010“ deckt erstmalig Bedürfnisse und Einstellungen der Testkäufer auf und beleuchtet Aspekte wie Vergütung, Schulung und Zusammenarbeit mit Auftraggebern.

Weiterführende Informationen über Mystery Shopping und die vollständige kostenlose Studie „Mystery Shopper Monitor 2010“ gibt es unter www.mysterypanel.de.

Kein „Entweder Oder“ – eher ein „Mehr davon“

Ich möchte an dieser Stelle mal auf einen interessanten Post von Bruce Temkin auf seinem Blog Customer Experience Matters hinweisen. Der Artikel kann im Sinne von Polemik nicht so ganz das halten, was der Titel „Market Research Needs Less Statistical Analysis“ verspricht, Aber das ist ja eigentlich etwas Positives.

Gut, worum geht’s, …

Bruce stellt den Terminus „Contextual Insight“ dem der „Statistical Analysis“ entgegen. Contextual Insights versteht er dabei als „Observations drawn from data that resonates with an understanding of the business”. Diese ergeben sich vor allem durch das Verständnis des Business-Zusammenhangs für die Interpretation und die Anwendung der Ergebnisse, verbunden mit adäquaten Daten.

Ich finde das extrem charmant, denn das Verwendungsgebiet der erhobenen Daten ist entscheidend für die Nutzbarmachung und damit für den Projekterfolg.

Meine Meinung dazu ist, dass es wohl beides benötigt, um wirklich gute „Sachen zu machen“, analytische Fähigkeiten genauso wie die Bereitschaft, Zeit und Aufwände, um den Business-Context zu verstehen.
Wie gesagt, es ist weniger eine Frage von „Entweder Oder“ sondern mehr von „wie viel wovon“.

Die Kommentare zu dem Beitrag sind teilweise kontrovers, wie seht Ihr das? Ist es wichtig, das so explizit herauszustellen? Oder ist das eh schon ausreichender Teil unserer Arbeit?

Fresh Talent

Unter diesem Titel gibt es derzeit bei brainjuicer einen sehr schönen Videozusammenschnitt vom ESOMAR Kongress 09 zu sehen.

Esomar_kongressIn diesem Video geben eine Reihe von internationalen Kolleginnen und Kollege ihre Meinung zu dem Thema wider, welche Möglichkeiten und Herausforderungen derzeit bestehen neue Talente an Marktforschung und ihre benachbarten Disziplinen heranzuführen.
Das sind zum Teil sehr interessante Einblicke, aus denen man zwischen den Zeilen sehr genau erkennen kann, wo auch international der Schuh so ein bisschen drückt.

Mein Lieblingskommentar dazu kommt von Laurence Gold, der zu bedenken gibt, dass bereits in der Lehre von Marktforschung und in der Vermittlung sowie Anwendung ihrer Ergebnisse Verbesserungspotentiale zu erkennen sind. Ich frage mich nur, welche Schauspieler oder Regisseur wäre denn bereit hier mal einzuspringen?

Und ich frage mich natürlich auch, wie Ihr das Thema bewertet. Welche Anforderungen seht Ihr, um den Kampf um die „fresh talents“ erfolgreich zu bestreiten? Welche Möglichkeiten gibt es und welche Erfahrungen habt Ihr (z.B. im Rahmen von Lehraufträgen oder anderen Veranstaltungen)? Oder denkt Ihr, das ist gar nicht so schlimm und das derzeitige Modell ist zukunftsfähig?

Ich bin sehr neugierig…

Höhere Datenqualität im web 2.0 durch Offenlegen der Auftraggeber

So oder so, die Initiative  der US-Regierung gegen Schleichwerbung im Internet vorzugehen, hat etwas. Vor verspricht sie eine Verbesserung der Qualität der Datenmengen, die täglich im Internet durch user generated content produziert werden.

Denn im Moment ist – bei allen technologischen Möglichkeiten – nicht deutlich, aus welchen Motiven Personen Blogbeiträge kommentieren, Twitter nutzen oder Statusmeldungen auf Facebook pflegen. Das kann aus Mitteilungsbedürfnis und Freude am Netwerken, aus Eitelkeit, Gewohnheit oder Annehmen einer parallelen Identität geschehen, aber eben auch zur Produktvermarktung passieren. Schleichwerbung ist dann der richtige Ausdruck.

Die nun im Raum stehende Verschärfung der Verfolgung von Schleichwerbung führt vielleicht wirklich dazu, dass die Auftraggeber solcher „Blogger-Kampagnen“ offen gelegt werden müssen. Dann wäre es „nur“ noch eine technische Aufgabe diese Angaben zu filtern und dementsprechend als „web 2.0 Auftragscontent“ zu klassifizieren. Somit wäre für die Marktforschung ein Content-Stream anhand einer Motivation eindeutig benannt und separat analysierbar.

Mal sehen, was sich da entwickelt…

Ein paar Zahlen aus Australien zu Qualität von Online-MaFo

Eine bunte Themensammlung von Gründen und Argumenten, warum Technologie (aber nicht nur Technologie) Online-Befragungen verändern wird, findet sich hier . Immerhin werden in Australien bereits 33% aller Studien im Bereich Markt- und Medienforschung online durchgeführt.

Klar, relativ spät wird deutlich, dass es sich bei dem Artikel um ein bisschen Werbung für die eigene Software handelt, aber trotzdem sind die Punkte interessant. Auch, weil sie mit Daten belegt werden.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus Australien, welche die Autoren empfehlen im Auge zu behalten, um Qualität und Robustheit von Daten (und den Entscheidungen, die darauf fußen) zu garantieren:

  • Alles, was online erhebungstechnisch technisch möglich ist und durch neue Technologien möglich wird, muss den Anforderungen an (traditionelle) Marktforschung gerecht werden (vor allem die Güte der Stichprobe im methodischen Sinne, aber auch das Ausschließen unerwünschter Effekte in den Befragungen selber).
  • Dazu gibt es die Zahlen, dass in Australien 0,25% der Internetnutzer für die Ergebnisse von 30% aller Online-Umfragen verantwortlich sind.
  • Mehrfachteilnahmen in unterschiedlichen Online-Panels ist die Hauptursache für dieses Ergebnis. ESOMAR wird zitiert, dass 6% aller Panelisten bei mehr als einem Panel registriert sind (und ich selbst bin auch bei mindestens fünf verschiedenen Panels registriert)

In der Folge geht es dann noch um die modernen Möglichkeiten, wie man das verhindern kann. Da geht es dann um Fingerprint und Co., aber das ist wie gesagt eher Eigen-PR…

Aber wenn wieder die Rede von Qualität im Rahmen von Online-Mafo die Rede ist, dann sollte man sich die Zahlen aus Australien noch einmal zu Gemüte führen.