Qualitative Online Forschung – Wachstum vs. Wildwuchs – Gastbeitrag von Saskia Kettner, qualitative Marktforscherin

Nach der guten Diskussion zu dem Thema, wie wir mit unserem Fachnachwuchsumgehen und umgehen sollten, möchten wir heute einen weiteren Gastbeitrag veröffentlichen.

Saskia Kettner, qualitative Marktforscherin, schreibt über Wachstum und Wildwuchs, eine sehr gelungene Bestandsaufnahme und treffende Diagnose so mancher Realitäten, mit denen wir uns “da draußen” auseinandersetzen müssen. Ein echt toller Beitrag mit der nötigen “Wut im Bauch”.

Und wie immer, viel Spaß beim Lesen.

Qualitative Online Forschung – Wachstum vs. Wildwuchs
In zahlreichen Instituten wachsen neuerdings Units, Departments oder schlicht Abteilungen für qualitative Online-Forschung. Seien es Blogstudien, Consumer-Communities oder Forumsforschung – Hauptsache man geht online. Da werden mal schnell ein paar Probanden durch einen Online-Fragebogen geschickt oder ein bisschen online diskutiert und schwupps haben wir eine neue Insight Community aufgesetzt. So einfach und schnell geht das! Da freuen sich Forscher und Kunde. Aber nicht lange. Denn früher oder später wird die Sehnsucht nach echten Erkenntnissen wieder größer werden als die Methodenverliebtheit es momentan ist. Hoffentlich. Im momentanen Hype bleibt leider etwas auf der Strecke… echte Erkenntnisse und Einblicke. Ich nehme eine große Heckenschere und schneide ein paar Triebe vom Wildwuchs ab…..

Schnapp: “Unser Offline-Moderator kann locker auch Ihr 4-wöchiges Online-Projekt leiten. Nein, direkte Erfahrungen hat er nicht. Warum?”
Schnipp: “Für die Teilnehmer nehmen wir einfach die Facebook-Freunde, die sind ja internetaffin!”
Schnapp: “Unser Praktikant ist bei Facebook, der kann Sie methodisch bestens beraten.”
Schnapp: “Wir schalten das Forum abends und am Wochenende immer ab. Die Leute können dann ja auch am Montag ihre Eindrücke posten.”
Schnipp: “Die Probanden sollten auf alle Fälle unter ihrem Klarnamen diskutieren, das erhöht die Verbindlichkeit. Was meinen Sie mit jetzt mit Datenschutz?”

Angesichts dieser und ähnlicher Aussagen von Experten der qualitativen Online-Forschung bleibt nur ein Schluss: Wir brauchen dringend Qualitätsstandards. Und ausreichend Weiterbildungsangebote für die Kollegen.
Doch momentan sehen wir nicht nur Wildwuchs, sondern auch wunderschönes gesundes Wachstum. Kreative Methoden mit sorgfältig rekrutierten Probanden online umgesetzt. Eine Freude für das Forscherherz. In der qualitativen Online-Forschung können wir alle unseren Spieltrieb voll ausleben. Neue Methoden ausprobieren und ausdenken. Lasst uns alle zusammen auf die junge Pflanze Online-Forschung aufpassen. Regelmäßig mit frischen Ideen gießen, ab und an neuen Technik-Dünger verwenden, Wassertriebe abschneiden und eine kleine Qualitäts-Stange zum Hochranken anbieten. Dann können wir uns alle an einer reichen Insight-Ernte erfreuen!

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Oliver Tabino, CEO Q I Agentur für Forschung

Das FOYER für engagierte Marktforschung versteht sich seit mehr als 2 Jahren als digitale Austauschplattform für betriebliche Marktforscher (m/w), Institutsmarktforscher (m/w) und für alle, denen unsere Profession am Herzen liegt.

Aus diesem Grund setzen wir beim FOYER für engagierte Marktforschung die gute und lieb gewonnene Tradition der Gastbeiträge aus dem Jahr 2011 fort.

Und so freue ich mich heute, Oliver Tabino, Geschäftsführer von Q I Agentur für Forschung und einen der wichtigsten Impulsgeber für die Positionierung der deutschsprachigen Marktforschung, für einen Gastbeitrag gewonnen zu haben.

Er fasst ein wichtiges Thema an und macht sich Gedanken: Es geht um den Nachwuchs der Marktforschung und einen wünschenswerten Umgang mit ihm…

Oliver Tabino, CEO von Q | Agentur für ForschungWie man in den Wald hineinruft…..

Auf der BVM-Homepage ist über die „Initiative Markt- und Sozialforschung“ Folgendes zu lesen:  „Dadurch sollen der Nutzen von Markt- und Sozialforschung und die Abgrenzung zum Verkauf verdeutlicht werden, um die Teilnahmebereitschaft bei Befragungen zu erhöhen.“

Es geht offensichtlich darum, unsere Branche abzugrenzen und Vertrauen zu gewinnen oder gar zurückzugewinnen. Wenn wir es schaffen, Menschen davon zu überzeugen, dass es gut ist an Befragungen teilzunehmen, ist unsere Zukunft als Branche gesichert, so zumindest meine Interpretation.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wenn wir es nicht schaffen empathisch und respektvoll mit den Menschen umzugehen, die wir befragen wollen, dann haben wir es auch nicht verdient, dass Menschen sich bereit erklären, bei Studien oder Umfragen mitzumachen. Und das gilt nicht nur für die qualitative Forschung, bei der der Kontakt mit den Menschen viel direkter und intensiver ist. Vielleicht ist schon unsere Wortwahl ein Symbol für den fehlenden Respekt. Wir reden über Zielgruppen, Probanden, Typen, etc. – und dabei meinen wir Menschen!

Aber, wenn das der Anspruch ist, wie gehen wir denn innerhalb der Branche miteinander um? Dazu eine kleine Geschichte von der Research & Results 2011, die mich zugegebenermaßen irritiert hat: Während der Messe kamen einige Studenten des Studiengangs Markt- und Kommunikationsforschung an unseren Messestand und wir plauderten- über die Messe im Allgemeinen, über spannende und weniger spannende Vorträge und darüber ob sie interessante Kontakte geknüpft hätten. Das Feedback etwas verkürzt dargestellt: Ja, spannend, interessant, anstrengend, viele Eindrücke, ABER… .

Dieses ABER zog sich durch viele Gespräche und machte uns stutzig. Viele Studenten zeigten sich enttäuscht über das Verhalten einiger „Kollegen“ auf den Messeständen, das die Studenten als respektlos und teilweise unverschämt empfanden. Sobald als „Student“ identifiziert, wurden sie stehengelassen, das Gespräch wurde abrupt unterbrochen, man drehte sich an einigen Ständen wortlos weg. Keine Frage, die Studenten berichteten nicht darüber, dass diese Erfahrung bei allen Messeständen so gewesen sei, aber dieser Negativeindruck der Missachtung, der nach Auskunft der Studenten bei den „Kleinen“ ebenso wie bei den „Großen“ erlebt wurde, blieb hängen.

Respekt muss auch die Grundlage für den Umgang mit unserem Nachwuchs sein. Ohne Wenn und Aber. Jeder von uns ist ein Botschafter unserer Branche und unserer Profession und wie sollen wir im „war for talents“ bestehen, wenn wir uns nicht um unseren Nachwuchs kümmern, denn diese offensichtlich an unserer Branche interessierten Menschen sind bald Kollegen, Mitarbeiter, Dienstleister oder Auftraggeber. Nehmen wir weiter an, die Branche wird sich in den Jahren stark verändern, dann müssen wir zudem in anderen Gefilden wildern: Programmierer, Designer, Grafiker, Informatiker, Webanalysten, etc. Und die warten wahrscheinlich nur darauf in der Marktforschung Fuß zu fassen….

Ich möchte mich nicht zum „Rächer der ungerecht Behandelten“ empören, kein Sorge. Ich möchte aber die ketzerische Frage stellen: Können wir – oder einige aus unserer Branche – es uns leisten, so mit unserem Nachwuchs umzugehen? Und, wenn wir so mit unserem Nachwuchs umgehen, welches Bild wirft das auf unsere Branche und die Glaubwürdigkeit unserer Branche, sowie der ganzen Aktionen der Verbände und Initiativen (z.B. Nachwuchsforscher des Jahres). Ich finde das sehr bedenklich!

Es ist ja immer ein Geben und Nehmen. Wenn ich den Bogen noch weiterspanne, dann stellt sich mir die Frage, wie ich selbst gesehen und behandelt werden will? Ich bin Dienstleister und glückliche und zufriedene Kunden sind unser Kapital, unsere Existenzgrundlage. Aber, das gilt ebenso im Umgang mit Kollegen egal ob erfahren oder unerfahren diese sind. Und genauso gilt das für andere Menschen aus der Branche: ob unsere Dienstleister, ob Journalisten aus der Fachpresse, ob Wettbewerber, ob Verbandsakteure, etc. Respekt untereinander und Empathie für die Marktforschung gehört dazu.

Manchmal bin ich Kunde, manchmal bin ich Dienstleister, manchmal bin ich Dozent, manchmal bin ich Chef, manchmal bin ich Kollege, manchmal bin ich Kolumnist. In den unterschiedlichen Rollen, werde ich unterschiedlich wahrgenommen und man hat unterschiedliche Erwartungen an mich. Wenn ich in den unterschiedlichen Rollen, etwas bewegen möchte, dann nur mit Respekt und Empathie. Und, wenn mein Kunde mich respektiert und ebenso empathisch bei der Sache ist, dann kann man etwas bewegen, einen Mehrwert, die Akzeptanz der Marktforschung erhöhen und einen echten Mehrwert für das Unternehmen schaffen. Eine Hol- und Bringschuld für alle Beteiligten.

Und dann sind wir wieder am Beginn: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Conversation is King, auch im MaFo-Web – Florian Tress

Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie “Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web” ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

In Teil 5 lernen wir,worauf es dann inhaltlich ankommt, und wie man seine Beiträge strukturiert. Also, Themen gibt es genug in der MaFo.

Und 2012 hat auch schon angefangen…

Die Webmaster alter Schule wissen noch: Content ist King! Webseiten, die nur der Form nach für Suchmaschinen optimiert sind, aber inhaltlich nichts zu bieten haben, werden langfristig auch keinen Erfolg haben. Wer also auf seine Webseite Besucher locken möchte, ködert am besten mit interessanten und relavanten Storys.

Dieser Grundsatz ist sicherlich nicht falsch geworden. Heute, im Zeichen von Web 2.0, ist man jedoch noch ein Stück weiter: Conversation is King, content is just something to talk about! Erfolgreiche Seiten ziehen Diskussionen auf sich und sind vor allem als Treffpunkt für die Besucher attraktiv. Das kann man mit eigenem Content erreichen, muss aber nicht: Inhalte sind nur Mittel zum Zweck.

Das hat weitreichende Konsequenzen für die Gestaltung und Pflege der eigenen Seite. Es geht nicht mehr in erster Linie darum, aktuelle Inhalte verfügbar zu machen, sondern vor allem, seine Besucher zu Feedback zu provozieren. Wenn die Leser erst einmal aus der Anonymität getreten und damit ansprechbar geworden sind, wenn eine richtig gute Diskussion in den Kommentaren angelaufen ist, sorgen die Besucher fast selbst für genug Gesprächsstoff. Nebenbei bekommt man als Betreiber einer Webseite die Gelegenheit, mit seinen Besuchern in Austausch zu treten.

Um dorthin zu kommen, sollte das “Futter” für die eigenen Leser der RITE-Regel folgen: Relevant, Interessant, aktuell (Timely) und unterhaltsam (Entertainig) sein. Nur dann kann man sich sicher sein, dass die Leser darüber sprechen möchten. Wenn aber, dann sollte direkt an der entsprechenden Stelle das Angebot für Kommentare bereit stehen, um die Diskussion an sich zu binden und nicht andernorts stattfinden zu lassen.

Genau deshalb kann man sich aber auch umgekehrt fast sicher sein, eine Reaktion zu bekommen, wenn man einen Kommentar unter einen Blogpost setzt oder jemanden auf Twitter erwähnt. Und das erleichtert unheimlich die Kontaktaufnahme: man hat das Thema bereits vorgegeben, spricht über die Sache und kann zunächst einmal ausblenden, wer da mit welchem Hintergrund mit wem das Gespräch sucht. Versuchen Sie das doch einmal bei einem Cold Call! Und dass daraus häufig viel mehr werden kann, belegen exemplarisch die vielen Berichte im Blog der Punktefrau, wie Twitter-Kontakte in die wirkliche Welt reichen.

Ich habe bereits erwähnt, dass Social Media nicht notwendigerweise mit Blogs zu tun hat (auch wenn ich das den ersten und einfachsten Schritt finde). Und so sollen hier natürlich am Ende nicht die vielen Diskussionsmöglichkeiten vergessen werden, die XING, LinkedIn und andere Netzwerke anbieten. Meistens gibt es hier Moderatoren (z.B. Alper Aslan auf XING), die sich mit großem Einsatz dafür einsetzen, dass die Diskussion mit den richtigen Themen und Gesprächsimpulsen attraktiv bleibt. Aber auch hier gilt: das Mafo-Web lebt von der Diskussion, während Content nur ein Anlass ist.

Die Artikel der letzten fünf Tage haben sicherlich nur einen goben Überblick geben können. Und am Ende wird auch jeder seinen eigenen Stil und seine eigenen Strategien finden müssen. Ich hoffe aber, dass ich zumindest die Neugierde steigern konnte und die Hemmschwelle für den Einstieg ins Mafo-Web gesenkt habe. Wir sehen uns hoffentlich bei vielen spannenden Mafo-Diskussionen!

Listening to the MaFo Web… – Florian Tress

Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie “Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web” ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

In Teil 4 lernen wir, wie man die ersten Hürden im MaFo-Web spielend überbrückt. Passive Teilnahme ist erstmal einfacher als aktive, macht aber nicht so vile Spaß!

Dem Social Web hängt nach wie vor der (ungerechtfertigte) Ruf an, nur etwas für Selbstdarsteller zu sein. Doch nicht jeder Marktforscher drängt in die Öffentlichkeit und möchte etwas von sich Preis geben. Heute möchte ich einige einfache Techniken vorstellen, wie man vom MaFo-Web durch bloses Zuhören bzw. Mitlesen profitieren kann (auch wenn die ganze Sache natürlich vom aktiven Mitmachen lebt).

Wie funktionieren RSS-Abonnements?
Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige Menschen mit RSS-Feeds umgehen können. Dabei ist die Technik absolut einfach und trotzdem ziemlich lohnend. Ich glaube, dass uns Bloggern diese Technik so geläufig ist, dass wir meinen, sie gar nicht mehr erklären zu müssen. Ich probiere es trotzdem einmal:

Dass Sie eine Seite abonnieren können, erkennen Sie immer an diesem Zeichen . Wenn Sie eine Seite abonnieren, werden Sie immer benachrichtigt, wenn diese Seite aktualisiert wird. Sie brauchen diese Seite also nicht mehr selbständig zu besuchen, um nachzusehen, ob es etwas Neues gibt, sondern werden direkt benachrichtigt.

Um eine Seite überhaupt abonnieren zu können, benötigen Sie einen sog. Feedreader – also ein Programm, das Ihre Abonnements verwaltet und Sie bei Neuigkeiten benachrichtigt. Einige geläufige Programme, die Sie als Feedreader einsetzen können ist Outlook, Google Reader oder die Freeware Feedreader. Ich persönlich bevorzuge den Google Reader, aber das muss jeder selbst entscheiden. Für jemanden, der den ganzen Tag Outlook offen hat, mag diese Lösung besser sein.

Klicken Sie nun einmal auf das Symbol um zur Adresse des Feeds zu gelangen (also  http://www.forschungsfront.de/feed/). Diese Adresse benötigen Sie für Ihr Abonnement (keine Sorge, wenn die Seite im Browser merkwürdig aussieht). Kopieren Sie die Feed-Adresse einfach aus der Browserzeile, und fügen Sie sie in ihrem Feedreader hinzu (Im Google Reader gibt es dafür einen dicken, roten Button: ABONNIEREN). Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die Seite abonniert!

Keine Angst, wenn Sie mehrere Abonnements gleichzeitig haben – ich zum Beispiel habe zur Zeit 338 Seiten abonniert und kann beim besten Willen nicht alle Neuigkeiten lesen, die jeden Tag auf mich einprasseln. Genau das kann ich aber bei einer Tageszeitung auch nicht. Und so gehe ich Tag für Tag wie bei einer Zeitung durch die Überschriften und lese am Ende nur die Texte, die mich auf Anhieb ansprechen. In jedem Fall habe ich aber jeden Tag die aktuellsten News  zu den unterschiedlichsten Themen, genau auf meine Interessensgebiete zugeschnitten.

Wie finde ich Blogs, die mich interessieren?
Um interessante Blogs zu finden, die man zu seinen Abonnements hinzufügen kann, gibt es verschiedene Techniken:

  • Suchmaschinen: Eine ganze Reihe von Suchmaschinen sind darauf spezialisiert, Blogs zu durchsuchen, und so möglichst aktuelle Ergebnisse zu bekommen; z.B. Icerocket, Technorati oder Google Blogs.
  • Blog-Verzeichnisse: Neben den Suchmaschinen gibt es auch Blog-Verzeichnisse, die gängige Blogs in Rubriken listen, z.B.: Bloggerei oder Blogalm. Darüber hinaus gibt es für die Marktforschung auf ResearchVibes viele gute Tipps.
  • Blogroll: Viele Blogs haben eine sog. Blogroll, d.h. eine Sammlung von Links zu Blogs, die vom Blogautor empfohlen werden.

Wie kann ich mit Twitter zuhören?
Bei Twitter kann man beliebig vielen Teilnehmern zuhören (Follow), und damit ihre Beiträge quasi “abonnieren”. Wann immer die Twitteristi etwas neues schreiben, erscheinen ihre Nachrichten wie bei einem Newsticker ganz oben. Das Besondere an Twitter: eine Nachricht darf nur 140 Zeichen haben. Das reicht gerade für die Überschrift und den Link zum Artikel. Oder ein ganz wirklich kurzes Statement.

Wie bei den RSS-Feeds muss man als Leser auch hier selektiv vorgehen. Wenn eine Überschrift interessant ist, kann man dem Link folgen, ansonsten lässt man die Nachricht unbeachtet an sich vorüberziehen. Das besondere an Twitter ist jedoch die Möglichkeit, interessante Nachrichten an die eigenen Abonnenten (Follower) weiterzureichen (retweeten). Durch diese Weiterempfehlungen kann sich eine gute oder wichtige Nachricht wie ein Lauffeuer in kürzester Zeit unbegrenzt verbreiten.

Fazit
Während XING und andere Netzwerke den grundsätzlichen Anspruch haben, zumindest die wirklichen Beziehungen online abzubilden, sind sowohl Twitter als auch RSS-Feeds vollkommen offen. Hier kann man Marktforschern zuhören bzw. von ihnen lesen, denen man in der wirklichen Welt noch nie begegnet ist und etwas vollkommen neues erfahren. Deshalb sind RSS und Twitter zwar lange noch nicht die einzigen Möglichkeiten im Social Web, aber sie bieten den deutlichsten Mehrwert im Vergleich zu Offline.

Tipps und Tricks für den MaFo Blog – Florian Tress

Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie “Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web” ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

Teil 3 beschäftigt sich mti konkreten Tipps und Tricks für den Einstieg als MaFo Blogger. Glaubt mir, es ist nicht wirklich schwer, man braucht nur ein dickes Fell ;-)

Ich persönlich bin überzeugt, dass ein Blog – wenn er auch nicht zwangsläufig im Zentrum der Social Media Aktivitäten stehen muss – für die meisten Unternehmen am leichtesten umzusetzen ist und den unkompliziertesten Einstieg in die ganze Materie bietet. Der Grund dafür ist, dass man häufig nichts an den bisherigen Gewohnheiten, sondern nur an der Technik ändern muss, um erste Erfolge zu erzielen.

Die technischen Voraussetzungen
Geschätzte 95% aller Marktforschungsinstitute haben auf ihrer Homepage ohnehin schon eine Rubrik mit Pressemitteilungen, News, aktuellen Studien, Vorträgen oder Ähnlichem. Mit anderen Worten: Hier werden bereits aktuelle Nachrichten auf der Homepage angeboten; Material für einen Blog wäre also genug da. Es sind aus meiner Sicht also nur drei technische Funktionen notwendig, um solche Rubriken in einen leistungsfähigen Unternehmensblog zu verwandeln:

  • RSS-Feed RSS: Ein RSS-Feed ist eine automatisch erstellte Datei, die die jeweils aktuellsten Artikel des Blogs listet. Spezielle Programme, sog. Feedreader, können diese Datei auslesen und so erkennen, ob seit dem letzten Besuch ein neuer Artikel hinzugekommen ist. Ist dies so, werden die Nutzer des Feedreaders  automatisch über die Aktualisierung auf der Homepage informiert, ohne dass der Betreiber des Blogs etwas dazu tun muss. Ein RSS-Feed kann also die Reichweite von Unternehmensmitteilungen deutlich erhöhen.
  • Kommentarfunktion: Wenn Neuigkeiten von Lesern kommentiert werden können, verwandelt sich aus der Einbahnkommunikation plötzlich ein Dialog. Damit bekommt man leicher ein inhaltliches Feedback zu seinen Nachrichten und kann schneller Kontakte mit Interessenten knüpfen. Und genau darum geht es am Ende ja: mit potenziellen Kunden und Geschäftspartnern ins Gespräch kommen.
  • Social Media Anbindung: Bei den meisten Blogs ist das keine nennenswerte technische Funktion, für Unternehmen kann es aber einen großen Unterschied machen: Wenn eine neue Nachricht veröffentlicht wird, werden auch automatisch alle Profile in den Sozialen Netzwerken aktualisiert. Für die neuesten Blogartikel wird also automatisch auf Facebook, Twitter, LinkedIn, u.Ä. geworben. Durch die Nutzung unterschiedlicher Kanäle erhöht man nicht nur die Reichweite seiner Nachrichten, sondern schafft gleichzeitig die Vorraussetzung, dass sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreiten kann.

Fassen wir zusammen: Es spricht nach wie vor nichts dagegen, einen Newsletter, eine Pressemitteilung oder Kundenzeitung auch per Email zu versenden. Ein Blog (man muss ihn ja nicht einmal so nennen) kann die Reichweite solcher Aktionen aber dramatisch erhöhen. Man erreicht über die Social Media-Anbindung mehr Leute als vorher und gibt ihnen über RSS-Feeds die Chance, selbständig am Geschehen zu bleiben. Über die Kommentarfunktion kann man die Kontaktaufnahme mit diesem Publikum erleichtern. Der Aufwand für die Umstellung ist vergleichsweise gering, denn meistens wird das bestehende CMS diese Funktionen ohnehin schon bieten können. Ansonsten empfehle ich WordPress, weil diese Software nicht nur leistungsstark, sondern auch einfach zu bedienen ist (zum selber hosten oder kostenlos bei WordPress).

Den Blog gezielt einsetzen
Erst in einem zweiten Schritt kann man sich als Unternehmen Gedanken machen (muss aber nicht), ob der Blog nicht auch eine Plattform für weitere Inhalte sein kann. Dieser Schritt ist im Gegensatz zur technischen Umstellung nicht nur einmalig, sondern erfordert eine Veränderung der Gewohnheiten und Routinen. Hier muss auch jeder Blogger selbst entscheiden, was er mit seinen Beiträgen bewirken möchte, wie der Blog zur Unternehmensphilosophie oder Marketingstrategie passt. Ich möchte hier lediglich einige Anhaltspunkte geben, worüber man in einem Blog schreiben kann:

  • Berichte von Veranstaltungen: Andere Teilnehmer der Veranstaltung werden solchen Berichten besondere Aufmerksamkeit schenken, alle anderen Leser bekommen einen positiven Eindruck vom fachlichen Engagement des Marktforschers.
  • Neue Methoden / Forschungstechniken: Nicht immer reicht eine gute Idee für einen ganzen Vortrag oder Fachartikel. Der Blog ist eine gute Möglichkeit, dass solche Ideen nicht in der Schublade verschwinden, sondern trotzdem mit einem Fachpublikum diskutiert werden können.
  • Kommentare zu Branchennews / Repliken: Wer die kontroversen Themen der Branche kommentiert, hat die Chance, mit seiner Meinung Einfluss auf die Entwicklungen zu nehmen, Allianzen zu schmieden und gemeinsam stärker zu sein.
  • Darstellung von Problemen: Man muss nicht unbedingt inkompetent wirken, wenn man ein fachliches Problem auf den Punkt bringen kann, ohne dafür schon eine Lösung zu haben. Im Gegenteil kann es wesentlich schlimmer sein, sich einer Problematik zu verschließen oder sie gar nicht zu bemerken. Mit dem Blog kann man aber einer Öffentlichkeit anbieten, an der Lösung eigener Probleme mitzuarbeiten.

Mit einem Blog kann man in der Marktforschung sicherlich noch ganz andere Dinge anstellen, aber entlang dieser Themen kommt man sicherlich ganz gut in die Praxis rein.

Ich würde mich freuen, bald neue Blogs in der Marktforschung kennenlernen zu dürfen!

Ich übrigens auch!!!

Mitmachen im MaFo-Web, Kosten und Nutzen – von Florian Tress

Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie “Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web” ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

Heute wird es inhaltlich, Teil 2 liegt an. Gehaltvoll und mit einer Menge Potenzial zum Nachdenken. Das Richtige für den 2. Weihnachtsfeiertag…

Heute möchte ich einmal offen Bilanz ziehen, und den Aufwand bzw. die Kosten einer Teilnahme im Social Web dem Nutzen daraus gegenüber stellen.

Kosten: Was muss man bereit sein, zu geben?
Den unmittelbaren Zeitaufwand und die entstehenden Kosten kann man bei Social Media vielleicht sogar einmal unter den Tisch fallen lassen: Die Kosten von Social Media sind im Vergleich zu herkömmlichen Kommunikationsmaßnahmen eines Unternehmens zu vernachlässigen. Und beim direkten Zeitaufwand muss man sich höchstens von der Vorstellung punktueller Kampagnen lösen und auf eine kontinuierliche Kommunikation einstellen – sie macht zwar Arbeit, ist als Routine aber vielleicht sogar irgendwann nicht mehr richtig spürbar.

“Routine” ist aber das richtige Stichwort, denn damit bin ich beim eigentlichen Punkt: Ich möchte hier nämlich vor allem auf eine Argumentation eingehen, die ich dem sehr lesenswerten Artikel “Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause” von Kathrin Passig (Merkur 2011/12) entnommen habe und tatsächlich für die größte Schwelle für den Einstieg von Unternehmen in Social Media halte. Kathrin Passig beschreibt den Widerwillen gegen Social Media als Vermeidungsstrategie, etwas am eigenen Verhalten ändern zu müssen:

Die Abneigung gegen eine Beteiligung am Dialog ist kein Ergebnis schlichter Trägheit, sondern hat robuste und teilweise sogar rationale Gründe. Das heißt nicht, dass es schon in Ordnung ist, sich weiterhin die Bettdecke über den Kopf zu ziehen. [...] Vermeidungsverhalten ist selten vollständig irrational, sondern entsteht als Polster um objektiv lästige Lebensbestandteile. Aber wer die Vermeidung dieser unangenehm besetzten Situationen im Berufsleben für eine Lösung hält, der muss auch hinnehmen, dass Kinder lieber im Bett als in der Schule sein wollen. Die Vermeidungsstrategie eignet sich bestenfalls als Übergangslösung, und ihre Tage sind gezählt. (1141)

Und diese Änderung des eigenen Verhaltens ist realistischerweise zu erwarten. Sie hat etwas damit zu tun, dass man sich im Social Web gegenseitig besser wahrnimmt. Man kann andere Teilnehmer leichter beobachten und von ihnen lernen, man ist aber auch selbst stärker beobacht- und ansprechbar. Das führt mitunter zur unangenehmen Erkenntnis, dass man selbst auch nur mit Wasser kocht, und Andere manchmal vielleicht sogar schon weiter sind. Das eigene Selbstbild wird angegriffen, Lernprozesse angestoßen – all das ist mit “Mühe und Unbehagen” verbunden. Gleichwohl liegt darin aber auch die einzigartige Chance, besser zu werden!

Dabei ist es kurzfristig gesehen vielleicht sogar rational, Social Media zu vermeiden: Wer sich gar nicht erst auf einen öffentlichen Dialog einlässt, kann das Selbstbild und die eigenen Denk- und Arbeitsweisen leicht aufrechterhalten. Es werden auch keine Hinweise an einen herangetragen, wie man die eigene Arbeit besser machen kann – Hinweise, denen man nachgehen müsste und die deshalb Arbeit verursachen würden. All das vermeidet aber eben nur, sich auf etwas einzulassen, was für Unternehmen eigentlich ziemlich notwendig ist: die kontinuierliche Arbeit an sich selbst.

Um es also kurz zu machen: Der direkte Aufwand einer Teilnahme im Mafo-Web ist relativ gering. Die Teilnahme mag aber als Nebenwirkung so manche Veränderung anstoßen, die im ersten Moment unangenehm und vielleicht sogar mit Kosten verbunden ist. Gleichzeitig sind solche Veränderungen eine nachhaltige Investition in die Zukunft. Je länger man diese Investition hinauszögert, desto größer wird vielleicht der eigene Veränderungsbedarf und desto größer wird der Wettbewerbsvorsprung derer, die sich frühzeitig darauf eingelassen haben. Vermeidungsstrategien sind eben nur eine Übergangslösung.

Nutzen: Was kann ich mir erwarten?
Damit ist man beim Nutzen angelangt: das Social Web kann positive Impulse für Veränderungen im Unternehmen liefern, es ist eine nachhaltige Investition in die Unternehmenszukunft. Das hört sich zugegebenermaßen nach hohlem Marketing-Sprech an, ist aber (zumindest nach meiner Erfahrung) alles andere als eine leere Phrase.

Surveytainment und Gaming zum Beispiel werden in der Fachpresse noch gar nicht richtig diskutiert und auch erst jetzt einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Im MaFo-Web tauchen diese Themen dagegen schon seit mindestens drei Jahren auf. Wer also eine Idee von den Branchentrends bekommen möchte, sollte unbedingt das Geschehen im Netz verfolgen. Bei Unklarheiten oder Zweifeln wird der jeweilige Urheber einer These gerne Rede und Antwort stehen; das ist gängige Dialogkultur im Social Web. Auf diese Weise kann man aber in jedem Fall ein Gespür für Themen bekommen, sich frühzeitig auf neue Entwicklungen einstellen und ganz nebenbei eine Menge neuer Dinge lernen.

Aber auch in der Außenwirkung ist die Teilnahme am MaFo-Web nicht zu unterschätzen. Letztlich ist Social Web ja nur ein Sammelbegriff für eine Vielzahl neuer Kommunikationswege, die genutzt werden können. Hier sind vor allem zwei Vorteile zu nennen:

  • Drei Fliegen mit einer Klappe: In einem früheren Beitrag habe ich einmal beschrieben, wie das Mafo-Web als einzige Kommunikationsform gleichzeitig die drei grundlegenden Anforderungen an erfolgreiche Unternehmenskommunikation einlösen kann: (1) kontinuierlich, (2) öffentlichkeitswirksam und (3) in Dialogform. Besser kann man eigentlich nicht kommunizieren.
  • Reichweite: Die Reichweite im Internet ist grundsätzlich unbegrenzt. Social Media kann ein Multiplikator für die eigene Nachricht sein und Menschen erreichen, die man selbst gar nicht bedacht hätte. Sie drehen häufig auch die gewohnten Kommunikationsmuster um: nicht der Sender sendet mehr seine Nachricht zum Empfänger, sondern der Sender stellt sie zur Verfügung und interessierte Empfänger holen sie selbständig ab. Damit hat man ein größeres Publikum und trotzdem weniger Probleme bei der Zustellbarkeit seiner Nachrichten.

Fazit
Auch wenn ich hier immer von Unternehmen spreche, sind die direkten Kosten auch für Einzelpersonen ohne weiteres tragbar. So ist es bezeichnend, dass hinter dem wohl erfolgreichsten Twitter-Account (@OliTab) und dem vermutlich meistgelesensten Blog (olympiamilano) des deutschsprachigen MaFo-Webs Einzelpersonen stehen. Kosten entstehen also bestenfalls als Nebenwirkung, indem Social Media Lernprozesse und überfällige Veränderungen der eigenen Gewohnheiten anstößt. Dazu muss man bereit sein.

Auf der Nutzenseite stehen neues Wissen und näher am Geschehen in der Branche zu sein. Diesen Nutzen ziehen sogar Teilnehmer, die nur wenig in die Öffentlichkeit drängen wollen. Zusätzlich kann Social Media aber auch dabei helfen, die Kommunikation und den fachlichen Austausch vollwertiger zu machen und dabei gleichzeitig die eigene Reichweite erhöhen. Auf diese Weise haben Unternehmen eine interessante Möglichkeit, sich auf dem Markt zu profilieren.

Ob hier die Kosten oder doch eher der Nutzen überwiegt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Nicht jeder ist bereit, sich selbst zu verändern (Never Change A Winning Team!), oder in der Öffentlichkeit sichtbar zu werden. Ich hoffe aber, dass es mir gelungen ist, eine ausgewogene Bilanz zu ziehen…

Gute Neujahrsvorsätze – von Florian Tress

Seit kurzem hat Florian Tress von ODC ein neues MaFo-Blog. Und gleich die erste fünfteilige Serie “Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web” ist ein sehr gelungener Überblick über Sinn und Unsinn des Bloggens, über den Einstieg, Tools und Learnings.

Das passt dermaßen gut zum Foyer, dass wir alle Teile der Serie sehr gerne hier “abdrucken”. Es ist doch gerade die Zeit der guten Vorsätze, warum dann nicht auch für uns?!? Und welche Zeit ist besser geeignet als sich einmal ein bisschen mehr grundsätzliche und strategische Gedanken zu machen als die Zeit “zwischen den Jahren”. Dass dies nötiger denn je ist, darüber sind sich hier alle einig :-)

Also, viel Spaß beim Lesen (und Gedanken machen), mit freundlicher Genehmigung von Florian Tress.

Gute Neujahresvorsätze für das Mafo-Web (1/5)

Was das Social Web angeht, war 2011 ohne Zweifel ein ausgesprochen gutes Jahr für die deutsche Marktforschung. Nicht nur dass die großen deutschsprachigen Blogs ihr Angebot weiter ausgebaut haben, auch auf Twitter wird der Kreis aktiver Teilnehmer immer größer. Die Fachgruppen auf XING und LinkedIn gehören mit ihren tausenden Mitgliedern nun definitiv zum absoluten Mindeststandard und auch das Onlineangebot von marktforschung.de bleibt unabdingbare Pflichtlektüre für jeden Forscher. Am MaFo-Web kommt man einfach nicht mehr vorbei, wenn man erfolgreich bleiben möchte!

Vielleicht ist das für manche Forscher ja Grund genug, die eigenen Aktivitäten im Mafo-Web nochmal neu auszurichten und einen guten Neujahresvorsatz für die Teilnahme am Mafo-Web zu fassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass aller Anfang schwer ist, insbesondere im Social Web, wo die Angebote vielfältig und komplex sind. Hier muss man sorgsam die Spreu vom Weizen trennen, wenn die eigene Arbeit nicht ins Leere laufen soll.

Ich habe mir deshalb für diese Woche einmal vorgenommen, Tag für Tag die ersten Schritte im Mafo-Web zu skizzieren. Ich hoffe, dass sich Anfänger motiviert fühlen, mir diese Woche zu folgen und anschließend im Mafo-Web aktiv mitzuwirken. Außerdem bin ich um jeden zusätzlichen Tipp der alten Hasen in den Kommentaren oder Andernorts dankbar!

Live from TMRE 2011: Learnings from Coca Cola, Henkel, Mars Pet Care and 3M

Do you want more? Okay, here you are…

The second day of this year’s The Market Research Event is nearly over and I have to say it was very inspiring as well as educational to a certain extent.

Everything started with the keynote sessions and a session I had really looked forward to: “The Art of Choosing” by the impressive Sheena Iyengar.

“Be choosy about choosing” was the summary of it all. But before coming to this final recommendation she was takling about one of the most relevant problem in everyday life consumption of any goods. How do people choose and how could choosing be simplified. If you are more familiar with  “the narrowing down problem” by Fidelity research or the “3 by 3 rule” by McKinsey, you know what Sheena was talking about. 

In her own words she was talking about the “jam problem”. She showed some of her experiments and one was about jam. Draeger’s Grocery Store for instance has a huge variety of options to choose between all kinds of products, besides others 348 different kinds of jams. The question is, is it useful to have that large variety of options? To test this in the experiment she tested two stands, one with 6 jams and one with 24 jams. At the booth wit 24 jams 60% stopped, at the both with 6 jams 40% stopped. But only 3% bought something at the 24 jam stand and 30% bought something at the 6 jam stand.  So it was more than 6 times more likely to buy jam if 6 jams were offered than 24 jams. The number of choices is attracting but the choice itself is much more difficult. 

In another experiment people were asked to choose chocolate, one group out of 6 pieces and another out of 30. At the end they could rather have money or chocolate for incentive. Chocolate choosen from the 30 piece deck was perceived as less delicious and people tend to take the money more often than the product.

This leads to three different negative consequences for brands and products:

1. Commitment – The number of choices weakens the commitment toward the choice anyway, even if it is important to consumers

2 Decision quality – The more choices they have, the lower the perceived quality of the decision

3 Satisfaction – The more choices they have, the less satisfied they are with their choice they made

But why is this?

We have cognitive limitations, the modern world is designed for experts who knows how to skip suboptimal options.

Options are more and more indistinguishable. Differences are to small but variety is often seen as a competitve advantage, no matter how small the differences are. 

And there is more pressure to choose anyway. Because we aspire to be unique (but not extraordinary). And our choices express our personality. We think: “If I choose this what does this say about who I am and what I want and how does the choice reflect on what I want and who I am…”

So it is all about offering a better choosing experience. And there are three techniques to deliver this:

1. cut – retailer ALDI ist probably the best example to express what sheena means with “cut”

2. categorize – look at Best Sellers and they categorization of wine to get an idea what’s behind this

3. condition – start easy with complex choices and slightly increase complexity within the process of choice.

The next one was a good experience. I was sitting at the bloggers’ desk and was glad to have a seat.

 

The room was crowded, first time at TMRE in the session I attended. Diane Hessan and Stan Sthanunatahn were there to talk about Market Researchers in the 21st century. Amazing, they only showed one chart, and this was the title ;-) (keen on getting the handout)

So it was more an interview than a track session, but very interesting to hear a big company’s perspective on the future needs of our industry. Want to read some quotes? Here you are:

“Market research is the best profession in the world, because it is at the heart of every important decision”
“But the
best profession is also boring, because parts of the jobs are boring. Processes are designed to be boring”
“Challenge is inspiring people. Be a change agent.”
“Surveys may not always be the truth, and why would you tell the truth to a complete stranger?”
“What makes Coke so successful? Not just the tv commercials, but the “strong community connections”
“brand health can’t be developed in a month, why measure it on a monthly base?”
“Synthesize your findings into an informed dream of the future”
“Take the familiar and make it unfamiliar. Convey facts in a different way to inspire”

Nothing to add at this stage:-) 

Then I attended a session from the Marketing & Brand Insight track and one from the Activating Insights track. 

Ann Bearth was talking about 3M and the efforts they made by reactivating the brand. Quite interesting to see what barriers to overcome internally and how to roll out a real huge internal and external survey. One of the most interesting findings to my point of view was the fact that younger employees of 3M are more engaged in the brand, for customers the opposite is true.

And that brand activation can be ensured by sharing the stories of the companies and their brands, internally and externally.

Henkel also found a great internal experience to bring insights to life. They decided to have an internal live event in order to let the consumer speak and to show the employees their work in order to use their power and ideas to develop new ways of increasing usage of the prodcts the compay sells. All in all it was an intense experience for them.

But Heiko Schäfer also pointed out waht you have to keep in mind when doing this kind of internal event. Some very valuable pieces of advise:

- Identify important business topics
- Set and track the event against clear objectives and KPIs
- Plan ahead and don’t underestimate the time and effort required
- New skills are required
- Make it big
- Engage your audience
- Make it fun

But don’t stop at the end of a one-shot. Make it a process and show your skills. Be out in front and lead. 

This indeed was an encouraged speech about the current and future role of market research in companies and for agencies.

Personally I have to say TMRE doesn’t mean “too much really enough

Mystery Shopper Umfrage

Dr. Gunnar Grieger vom Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie hat eine Studie unter Mystery Shoppern durchgeführt. Die Ergebnisse sind in mehrerer Hinsicht sehr interessant.

Los geht’s:

Mystery Shopper Umfrage

Mit dem „Mystery Shopper Monitor 2010“ erfolgte erstmalig eine Befragung von über 700 Mystery Shoppern in Deutschland. Untersucht wurden Einstellungen und Bedürfnisse rund um die Tätigkeit als Testkäufer. Dabei wurden Erkenntnisse aus den Bereichen Schulung, Tätigkeit, Vergütung und Zusammenarbeit zwischen Testkunden und Anbietern gewonnen.

Neben der finanziellen Motivation ist es für nahezu drei Viertel der Mystery Shopper wichtig, einen Beitrag zur Verbesserung der Servicewüste zu leisten. Die Lieblingseinsätze der Testkunden sind insbesondere in der Gastronomie und Hotellerie. Weniger beliebt sind Testberatungen bei Banken und Versicherungen und im Kfz-Bereich.

Mystery Shopper erhalten pro Stunde Einsatzzeit durchschnittlich 19 Euro. Allerdings erhält jeder Fünfte weniger als 10 Euro. Insofern bestehen große Unterschiede in der Vergütung. Fraglich ist zwar, ob ein Zusammenhang zwischen Qualität der Arbeit und Vergütung besteht, allerdings kann angenommen werden, dass bei einer Vergütung von weniger als 10 Euro pro Stunde eine erhebliche intrinsische Motivation vorauszusetzen ist. Eine andere Erklärung der Akzeptanz auf Testkäuferseite besteht darin, dass mehrere Aufträge angenommen werden, so dass es sich auf individueller Ebene lohnt.

Vorbereitungsart und -intensität der Mystery Shopper durch die Feldinstitute variieren zum Teil erheblich: Über 40 Prozent der befragten Testkäufer werden lediglich schriftlich vorbereitet, ohne dass die beauftragenden Institute und Agenturen überprüfen, ob die Mystery Shopper verstanden haben, was sie bewerten sollen. Insofern ist nicht gewährleistet, dass in allen Mystery Shopping-Untersuchungen die erforderlichen Gütekriterien Reliabilität und Validität sorgfältig beachtet werden. Dies ist bedenklich, da die Ergebnisse Maßnahmen in den untersuchten Unternehmen nach sich ziehen und die Auftraggeber sich folglich auf die Richtigkeit verlassen müssen. Beauftragende Unternehmen sollten sich daher die Vorbereitung der eingesetzten Testkäufer offenlegen lassen.

MysterypanelZum Studienhintergrund des Mystery Shopper Monitors

Mystery Shopping fasst Methoden der Marktforschung zusammen, bei denen verdeckt arbeitende Testkunden die Servicequalität eines Unternehmens erheben. In Deutschland bieten weit über 100 Marktforschungsinstitute Mystery Shopping-Dienstleistungen an, die schätzungsweise jährlich 75 Mio. Euro umsetzen.
In dem stetig wachsenden Markt sind immer mehr Personen im Rahmen einer Nebentätigkeit als Mystery Shopper aktiv. Daher wurden über 700 Personen zu Ihrer Tätigkeit als Mystery Shopper befragt. Der „Mystery Shopper Monitor 2010“ deckt erstmalig Bedürfnisse und Einstellungen der Testkäufer auf und beleuchtet Aspekte wie Vergütung, Schulung und Zusammenarbeit mit Auftraggebern.

Weiterführende Informationen über Mystery Shopping und die vollständige kostenlose Studie „Mystery Shopper Monitor 2010“ gibt es unter www.mysterypanel.de.