Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Oliver Tabino, CEO Q I Agentur für Forschung

Das FOYER für engagierte Marktforschung versteht sich seit mehr als 2 Jahren als digitale Austauschplattform für betriebliche Marktforscher (m/w), Institutsmarktforscher (m/w) und für alle, denen unsere Profession am Herzen liegt.

Aus diesem Grund setzen wir beim FOYER für engagierte Marktforschung die gute und lieb gewonnene Tradition der Gastbeiträge aus dem Jahr 2011 fort.

Und so freue ich mich heute, Oliver Tabino, Geschäftsführer von Q I Agentur für Forschung und einen der wichtigsten Impulsgeber für die Positionierung der deutschsprachigen Marktforschung, für einen Gastbeitrag gewonnen zu haben.

Er fasst ein wichtiges Thema an und macht sich Gedanken: Es geht um den Nachwuchs der Marktforschung und einen wünschenswerten Umgang mit ihm…

Oliver Tabino, CEO von Q | Agentur für ForschungWie man in den Wald hineinruft…..

Auf der BVM-Homepage ist über die „Initiative Markt- und Sozialforschung“ Folgendes zu lesen:  „Dadurch sollen der Nutzen von Markt- und Sozialforschung und die Abgrenzung zum Verkauf verdeutlicht werden, um die Teilnahmebereitschaft bei Befragungen zu erhöhen.“

Es geht offensichtlich darum, unsere Branche abzugrenzen und Vertrauen zu gewinnen oder gar zurückzugewinnen. Wenn wir es schaffen, Menschen davon zu überzeugen, dass es gut ist an Befragungen teilzunehmen, ist unsere Zukunft als Branche gesichert, so zumindest meine Interpretation.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wenn wir es nicht schaffen empathisch und respektvoll mit den Menschen umzugehen, die wir befragen wollen, dann haben wir es auch nicht verdient, dass Menschen sich bereit erklären, bei Studien oder Umfragen mitzumachen. Und das gilt nicht nur für die qualitative Forschung, bei der der Kontakt mit den Menschen viel direkter und intensiver ist. Vielleicht ist schon unsere Wortwahl ein Symbol für den fehlenden Respekt. Wir reden über Zielgruppen, Probanden, Typen, etc. – und dabei meinen wir Menschen!

Aber, wenn das der Anspruch ist, wie gehen wir denn innerhalb der Branche miteinander um? Dazu eine kleine Geschichte von der Research & Results 2011, die mich zugegebenermaßen irritiert hat: Während der Messe kamen einige Studenten des Studiengangs Markt- und Kommunikationsforschung an unseren Messestand und wir plauderten- über die Messe im Allgemeinen, über spannende und weniger spannende Vorträge und darüber ob sie interessante Kontakte geknüpft hätten. Das Feedback etwas verkürzt dargestellt: Ja, spannend, interessant, anstrengend, viele Eindrücke, ABER… .

Dieses ABER zog sich durch viele Gespräche und machte uns stutzig. Viele Studenten zeigten sich enttäuscht über das Verhalten einiger „Kollegen“ auf den Messeständen, das die Studenten als respektlos und teilweise unverschämt empfanden. Sobald als „Student“ identifiziert, wurden sie stehengelassen, das Gespräch wurde abrupt unterbrochen, man drehte sich an einigen Ständen wortlos weg. Keine Frage, die Studenten berichteten nicht darüber, dass diese Erfahrung bei allen Messeständen so gewesen sei, aber dieser Negativeindruck der Missachtung, der nach Auskunft der Studenten bei den „Kleinen“ ebenso wie bei den „Großen“ erlebt wurde, blieb hängen.

Respekt muss auch die Grundlage für den Umgang mit unserem Nachwuchs sein. Ohne Wenn und Aber. Jeder von uns ist ein Botschafter unserer Branche und unserer Profession und wie sollen wir im „war for talents“ bestehen, wenn wir uns nicht um unseren Nachwuchs kümmern, denn diese offensichtlich an unserer Branche interessierten Menschen sind bald Kollegen, Mitarbeiter, Dienstleister oder Auftraggeber. Nehmen wir weiter an, die Branche wird sich in den Jahren stark verändern, dann müssen wir zudem in anderen Gefilden wildern: Programmierer, Designer, Grafiker, Informatiker, Webanalysten, etc. Und die warten wahrscheinlich nur darauf in der Marktforschung Fuß zu fassen….

Ich möchte mich nicht zum „Rächer der ungerecht Behandelten“ empören, kein Sorge. Ich möchte aber die ketzerische Frage stellen: Können wir – oder einige aus unserer Branche – es uns leisten, so mit unserem Nachwuchs umzugehen? Und, wenn wir so mit unserem Nachwuchs umgehen, welches Bild wirft das auf unsere Branche und die Glaubwürdigkeit unserer Branche, sowie der ganzen Aktionen der Verbände und Initiativen (z.B. Nachwuchsforscher des Jahres). Ich finde das sehr bedenklich!

Es ist ja immer ein Geben und Nehmen. Wenn ich den Bogen noch weiterspanne, dann stellt sich mir die Frage, wie ich selbst gesehen und behandelt werden will? Ich bin Dienstleister und glückliche und zufriedene Kunden sind unser Kapital, unsere Existenzgrundlage. Aber, das gilt ebenso im Umgang mit Kollegen egal ob erfahren oder unerfahren diese sind. Und genauso gilt das für andere Menschen aus der Branche: ob unsere Dienstleister, ob Journalisten aus der Fachpresse, ob Wettbewerber, ob Verbandsakteure, etc. Respekt untereinander und Empathie für die Marktforschung gehört dazu.

Manchmal bin ich Kunde, manchmal bin ich Dienstleister, manchmal bin ich Dozent, manchmal bin ich Chef, manchmal bin ich Kollege, manchmal bin ich Kolumnist. In den unterschiedlichen Rollen, werde ich unterschiedlich wahrgenommen und man hat unterschiedliche Erwartungen an mich. Wenn ich in den unterschiedlichen Rollen, etwas bewegen möchte, dann nur mit Respekt und Empathie. Und, wenn mein Kunde mich respektiert und ebenso empathisch bei der Sache ist, dann kann man etwas bewegen, einen Mehrwert, die Akzeptanz der Marktforschung erhöhen und einen echten Mehrwert für das Unternehmen schaffen. Eine Hol- und Bringschuld für alle Beteiligten.

Und dann sind wir wieder am Beginn: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Jobgelegenheit in der Marktforschung – Senior mit Passion und Freude an der Beratung

Senior-Talent mit Passion gesucht (m/w)

Warum lesen sich Stellenangebote bloß immer so gleich?
Wir suchen…, Sie sollten…, wir bieten…, Sie erwartet…

Zunächst: Einen ersten Eindruck von MM-Eye – wer wir sind, wo unsere Kernkompetenzen liegen und was wir noch in Sachen Marktforschung drauf haben – erhalten Sie auf unserer Website www.mm-eye.com.

Wenn Sie…
> gut finden, was Sie dort über uns gelesen haben,
> sich selbst als Research Director bezeichnen würden,
> mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in der Marktforschung haben…

wenn sich bei Ihnen…
> Können mit Talent paart,
> Wissen und Passion ergänzen wie Yin&Yang,
> der berühmte Blick über den Tellerrand gegenüber Tunnelblick und Scheuklappen
durchgesetzt hat…

wenn Sie…
> in einem klasse Team mit flachen Hierarchien nicht nur forschen, sondern auch etwas
bewegen wollen,
> Ihre Karriere im Blick haben und weiterverfolgen wollen, dabei aber Ihre Ellenbogen
dort lassen, wo sie anderen keinen Schaden zufügen,
> Projekte und Kunden neben den eigenen Mitarbeitern als höchstes Gut eines
Dienstleistungsunternehmens ansehen,
> der Meinung sind, dass sich Schnelligkeit und Gründlichkeit nicht ausschließen
> Kunden nicht nur beliefern sondern auch beraten wollen …

wenn Sie also denken, dass Sie gut zu uns passen, dann sollten wir uns miteinander unterhalten, denn wir scheinen – jenseits von Deutsch und hoffentlich sehr gutem Englisch – dieselbe Sprache zu sprechen.

Melden Sie sich bitte bei Frank.Mueller@MM-Eye.com oder unter 040/30 68 88-0, denn
Personalangelegenheiten werden bei uns absolut vertraulich behandelt und direkt von der
Geschäftsleitung betreut.

Jobgelegenheit in der Marktforschung – Junior oder Trainee

Junior-Talent mit Passion gesucht (m/w)

Warum lesen sich Stellenangebote bloß immer so gleich?
Wir suchen…, Sie sollten…, wir bieten…, Sie erwartet…

Zunächst: Einen ersten Eindruck von MM-Eye – wer wir sind, wo unsere Kernkompetenzen liegen und was wir noch in Sachen Marktforschung drauf haben – erhalten Sie auf unserer Website www.mm-eye.com.

Wenn Sie…
> gut finden, was Sie dort über uns gelesen haben,
> sich selbst als Trainee, Junior Marktforscher/in oder Junior Projektleiter/in bezeichnen würden, d.h. den Einstieg in die Marktforschung suchen oder in dieser Branche schon erste (und zweite) Erfahrungen gesammelt haben…

wenn sich bei Ihnen…
> Lernbereitschaft mit Tatkraft paart,
> Wissbegierde und Einsatzfreunde ergänzen wie Yin&Yang,
> Schnelligkeit und Gründlichkeit nicht ausschließen…

wenn Sie…
> in einem klasse Team mit flachen Hierarchien das Forschen erlernen oder Ihre bisherigen Erfolge ausbauen wollen,
> sich weiter entwickeln möchten und das kalte Wasser nicht scheuen,
> gefordert und gefördert werden wollen…

wenn Sie also denken, dass Sie gut zu uns passen, dann sollten wir uns miteinander unterhalten, denn wir scheinen – jenseits von Deutsch und hoffentlich sehr gutem Englisch – dieselbe Sprache zu sprechen.

Melden Sie sich bitte bei Frank.Mueller@MM-Eye.com oder unter 040/30 68 88-0, denn Personalangelegenheiten werden bei uns absolut vertraulich behandelt und direkt von der Geschäftsleitung betreut.

Tot oder lebendig, egal. Marktforschung muss sich strecken…

Endlich mal eine sehr gute Kolumne auf marktforschung.de, noch besser als die anderen.
Der Umgang mit Social Media und Social Media Marketing durch die Marktforschung war (wieder mal) das Thema. Und ich glaube, die Kolumne sollte Mut machen, indem sie Angst vor allzu großer Veränderung nimmt.

Aber eine Sache habe ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht ganz verstanden:
Wie kommt dieser Turn der Argumente zustande von einer m.E. richtigen Situationsbeschreibung (Ich mag den Ausdruck „erstaunlich konservative Ader“) zu diesem Push einer „Alles wird gut“ bzw. „Alles ist nicht so schlimm“-Stimmung? Wer kann mir auf die Sprünge helfen?

Vielleicht bleibt mehr gleich in unserem täglichen Arbeiten, unseren Methoden und Herangehenweisen als sich daran ändert, kann sein, wer weiß das schon.

Aber dass sich etwas ändern muss, liegt m.E. auf der Hand. Können wir die vom Oliver aufgenommene Frage „Wer, wenn nicht wir?“ wirklich so selbstbewusst beantworten? Und kommen unsere Kunden und Auftraggeber zu der gleichen Antwort auf diese Frage wie wir?
Meine Antwort ist: Nicht unbedingt!

Was ich schon Ende 2009 gesagt habe, glaube ich immer noch. Das Thema Social Media ist technologisch und methodisch eine Herausforderung an uns, keine Frage.
Aber es ist auch und vielmehr eine Herausforderung an die Positionierung der Branche. Denn durch Social Media wird deutlich, dass diese nicht mehr stark genug ist, nicht mehr bei allen unseren Kunden, nicht bei uns selber (warum braucht es sonst diese „Weckruf-Beruhigungs-Kolumne“) und schon gar nicht bei unseren alten und neuen Konkurrenten aus Beratung und Marketing.

Ja, wir sind alle „Versteher“, die Oliver aufzählt, alles richtig (mal besser, mal schlechter).

Aber sind wir auch „Markteting-Versteher“, wenn Marketing kein Bestandteil unserer Ausbildung ist? Und reicht „Verstehen“ überhaupt aus heutzutage? Und was ist mit Unterstützung bei der Umsetzung? Sind wir auch „Umsetzer-Versteher“? Und wenn nein, warum eigentlich nicht? Oder sind wir „Konkurrenz-Versteher“? Wir sagen unseren Kunden alles Mögliche über ihre Märkte, aber mit der Definition und Beobachtung unsere eigene Kategorie tun wir uns so schwer.

“Zukunft braucht Herkunft”, das gefällt mir gut, von mir aus gerne.
Aber das Festhalten an der Herkunft darf nicht bedeuten, dass wir versuchen alle herkömmlichen Modelle, Methoden und Ansprüche den neuen Herausforderungen überzustülpen. Denn das wird nicht funktionieren. Albert Einstein war es, der gesagt hat: “The definition of insanity is doing the same thing over and over again and expecting different results”

Interessant auch, dass „das Wort“, also die Kolumne weiter getragen wird, auch über eben die Social Media Kanäle. Also Augen auf: wir tun es auch, wie so viele andere. Social Media bestimmt auch unsere Interaktion mit.

Daher würde ich es eher – frei nach Frank Zappa – so beschreiben: „Market Research isn’t dead. It just smells funny.”

Fresh Talent

Unter diesem Titel gibt es derzeit bei brainjuicer einen sehr schönen Videozusammenschnitt vom ESOMAR Kongress 09 zu sehen.

Esomar_kongressIn diesem Video geben eine Reihe von internationalen Kolleginnen und Kollege ihre Meinung zu dem Thema wider, welche Möglichkeiten und Herausforderungen derzeit bestehen neue Talente an Marktforschung und ihre benachbarten Disziplinen heranzuführen.
Das sind zum Teil sehr interessante Einblicke, aus denen man zwischen den Zeilen sehr genau erkennen kann, wo auch international der Schuh so ein bisschen drückt.

Mein Lieblingskommentar dazu kommt von Laurence Gold, der zu bedenken gibt, dass bereits in der Lehre von Marktforschung und in der Vermittlung sowie Anwendung ihrer Ergebnisse Verbesserungspotentiale zu erkennen sind. Ich frage mich nur, welche Schauspieler oder Regisseur wäre denn bereit hier mal einzuspringen?

Und ich frage mich natürlich auch, wie Ihr das Thema bewertet. Welche Anforderungen seht Ihr, um den Kampf um die „fresh talents“ erfolgreich zu bestreiten? Welche Möglichkeiten gibt es und welche Erfahrungen habt Ihr (z.B. im Rahmen von Lehraufträgen oder anderen Veranstaltungen)? Oder denkt Ihr, das ist gar nicht so schlimm und das derzeitige Modell ist zukunftsfähig?

Ich bin sehr neugierig…